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  • 02.06.2014, 09:29 Uhr
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  • Münster
Mission Nano

Heute beginnt die Messe Nano-Bio-Europe

Die Messe, die am heutigen Montag im Kongresszentrum der Halle Münsterland beginnt, ist nicht gerade Anziehungspunkt für Besuchermassen. Es geht um Kleines, sehr Kleines, es geht bei der „Nanobio Europe“ um Nanotechnologie. Die aber ist für Münster in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden, seit hier 2004 diese Messe zum ersten Mal abgehalten wurde.

Schon damals war Dr. Klaus-Michael Weltring der Strippenzieher der Nano-Szene, die in Münster seither immer größer geworden ist. Der Transfer der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Wirtschaft läuft nicht in Riesenschritten – um im Bild zu bleiben eher im Nanomaßstab. Aber der Wissenschaftszweig und die Branche wachsen kontinuierlich – was auf dem Gelände des Wissenschaftsparks an der Heisenbergstraße mit dem inzwischen erweiterten Centech und dem Nanobioanalytik-Zentrum (NBZ) sichtbar ist. Im kommenden Jahr beginnt hier der Bau eines weiteren Centrums für nanotechnologische Anwendungen in Medizin und Biologie, des „Center for Soft Nano Science“. Die Kosten in Höhe von 34 Millionen Euro tragen Bund und Land.

Im vor einem Jahr eingeweihten Nano-Bioanalytik-Zentrum hat Klaus-Michael Weltring sein Büro. Der Biologe ist Geschäftsführer des Vereins Nanobioanalytik Münster seit der Gründung vor 14 Jahren. Dass er in dem schicken Bau arbeitet, verdankt er seiner Beharrlichkeit für das Thema Nanobio in Münster. Die Mittel für das NBZ kommen zu einem großen Teil von der Europäischen Union – Weltring arbeitete jahrelang an dem Projekt und feilte an den Anträgen, spann Netzwerke.

Münster ist einer der wichtigsten Standorte für Erforschung und Anwendung der Nanotechnologie in der Medizin

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Münster ist nach Einschätzung vieler Nano-Experten in Europa einer der wichtigsten Standorte für Erforschung und Anwendung der Nanotechnologie in der Medizin. Die Erfolgsgeschichte begann mit einer Niederlage. Die Stadt hatte sich 2000 beim Bioprofile-Wettbewerb um die Förderung mit einer hohen Millionen-Summe beworben, um in Sachen Nano voranzukommen – und ging leer aus. „Diese Enttäuschung führte dazu, dass wir uns stärker auf ein Thema konzentriert haben“, sagt Weltring. Nanoanalytik in der Medizin: Da geht es darum, wie Nanopartikel in Organismen wirken, wie sie in Medikamentenentwicklung und Therapien eingesetzt werden können.

Der Verein Nanobioanalytik in Person von Weltring spann im EU-Projekt „Nano2Life“ ein europaweites Netzwerk, das nun dazu beiträgt, die nächste Idee zu verwirklichen. Münster wird voraussichtlich künftig Teil eines internationalen Standard-Servicelabors werden, das von der medizinischen Forschung zum Test von Nanopartikeln in der Krebstherapie genutzt wird. Die Zulassung von Therapien ist eine komplizierte und in der EU und den USA oft jahrelang dauernde Prozedur. Um die Erkenntnisse der Wissenschaft schneller zur Anwendung in Therapien bringen zu können, will die EU das Zulassungsverfahren durch Tests in Servicelabors beschleunigen. Daran werden nicht nur Wissenschaftler der münsterischen Hochschulen, sondern auch Unternehmen der Region beteiligt sein, sagt Weltring. „200 bis 300 Menschen in Münster“, so schätzt er, „verdienen ihren Lebensunterhalt mit Nanotechnologie“.

Er macht weiter in der Mission Nano für Münster. Die klappt auch deswegen so gut, weil hier Hochschulen, Wissenschaft und die Wirtschaft, vertreten durch die IHK, an einem Strang ziehen, sagt Weltring.

Die Nanotechnologie beschäftigt sich mit den kleinsten Partikeln im Nanometerbereich bis zur kleinsten Einheit, dem Atom. Ein Nanometer ist ein millionstel Millimeter, so klein, dass nur besonders empfindliche Elektronenmikroskope die Teilchen sichtbar machen können. Einzelne Nanopartikel aus bestimmten Substanzen reagieren mit ihrem Umfeld anders als Substanzen in größerem Verbund – die Forschung von Sicherheit von Nanotechnologie in Medizinprodukten, Lebensmitteln, Textilien und Kosmetika ist seit einigen Jahren eine zunehmend wichtige Aufgabe. Auch dies ist ein Schwerpunkt der münsterischen Nanoforschung.

(Karin Völker, WN)


 


 

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