Weitere Artikel
  • 30.11.2015, 14:48 Uhr
  • |
  • Münster / Münsterland
Mit dem Age-Suit auf dem Verspoel

Studierende testen Straße mit simulierten Seh- und Gehbeschwerden

Wie kommen Menschen mit Geh- bzw. Sehbeschwerden am Verspoel zurecht? Um ein Gespür für die Bewegungsfreiheiten und Barrieren in der Straße zwischen Marienplatz und Klostergasse zu bekommen, haben sich Studierende in die Situation von behinderten Passanten versetzt – mit Age-Suit, Rollator, Rollstuhl, Blindenstock und Simulationsbrillen. Der Test war Teil eines Projekts, das an der Münster School of Design durchgeführt wird.

Die Erkenntnisse fließen in Konzepte zur Steigerung der Attraktivität, Aufenthaltsqualität und Sichtbarkeit des Verspoels ein. Kaufleute, Gastronomen, Dienstleister und Eigentümer sind auf die Präsentation Anfang 2016 gespannt.

„Die Akteure sind mit der örtlichen Situation nicht zufrieden. Und sie haben Grund dazu“, sagt Dr. Christina Willerding von der Wirtschaftsförderung Münster GmbH. Sie moderiert und treibt den Entwicklungsprozess gemeinsam mit Münster Marketing und städtischen Vertretern voran. „Zu viele parkende Autos vor Geschäften, schmale Gehwege, eine schlechte Beleuchtung sowie Sicht- und Bewegungshindernisse halten Passanten ab“, nennt die Kennerin des Handelsstandorts Münster die kritischen Punkte der Lage am südlichen Altstadtrand. Die Frage lautet also: Welche gestalterischen Maßnahmen im Straßenraum, an den Häusern oder in den Ladenlokalen führen zu einer Belebung dieser Straße?

„Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Bei der Analyse der Stärken und Schwächen des Verspoels gehe es auch darum, die Perspektive der Passanten einzunehmen“, sagte Prof. Steffen Schulz, der die Arbeit der 16 Kommunikations-, Medien- und Produktdesigner an der FH Münster betreut.

Unterstützung erhielten die Studierenden bei der Standorterkundung von Dr. Peter Neumann. Der langjährige Mitarbeiter des Instituts für Geographie der Uni Münster und Vorsitzender der Initiative „Design für Alle“ beschäftigt sich intensiv mit Fragen der Gestaltung im Zusammenhang mit Stadt-, Regional- und Tourismusentwicklung sowie demographischem Wandel. „Design für Alle“ sei ein Konzept für die Planung und Gestaltung von beispielsweise Infrastrukturen, deren Nutzung ohne individuelle Anpassung oder besondere Hilfe erfolgen soll. Am Verspoel müsste dafür noch etwas getan werden.

„Zunächst wird entscheidend sein, wie es gelingt, Passanten vom Marienplatz bzw. Ludgeristraße oder von der Klostergasse kommend in den Verspoel zu locken“, weist Dr. Christina Willerding auf den Mix aus kleinteiligem Handel, Kunst und Gastronomie hin. „Und dann sollten die gestalterischen Maßnahmen einen großen Anreiz zum Entdecken, Flanieren und Verweilen schaffen – ohne Hürden und Hindernisse“, sagt sie, ohne den Studierenden etwas vorweg nehmen zu wollen.

(WFM)


 


 

Straße
Studierende
Passanten
Situation
Gestaltung
Sehbeschwerden
Gastronomen
Münster

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Straße" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: