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  • 13.04.2015, 13:46 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Mit Pause, aber ohne Faltplan

Tipps für gelungene Radtouren durchs Münsterland

Am Anfang geht alles wie von selbst: Die Felder rauschen vorbei, die Sonne scheint auf die Nase und das Wasserschloss für die erste Pause ist nicht mehr weit. Friede, Freude, Euphorie. Mit diesen Gedanken starten viele Familien zur ersten Radtour der Saison. „Drei Stunden später ist von den Glücksgefühlen aber oft nichts mehr zu spüren. Der Hintern schmerzt nach der ungewohnt langen Zeit auf dem Sattel, die Kinder langweilen sich und meckern“, sagt Arno Zubrägel.

Der Ostbeverner mit Arbeitsplatz in der Fahrradhauptstadt Münster gibt zum Start der Radfahrsaison Tipps, wie die Radtour auf ganzer Strecke ein Erfolg wird. Erfahrung damit hat der 54-Jährige nicht nur als Familienvater, sondern auch als Mit-Organisator der RennFietsen Tour Münsterland. Dafür plant er jedes Jahr eine rund 600 Kilometer lange Strecke in vier Etappen quer durch das Münsterland.

„Für eine Familie ist Gesellschaft das Wichtigste auf einer Radtour“, sagt Zubrägel. „Einem einzelnen Kind wird schnell langweilig. Wenn aber mehrere Kinder dabei sind, motivieren sie sich gegenseitig.“ Für die allerersten Radtouren mit den Kindern auf dem eigenen Fahrrad genügten kleine Touren über fünf, vielleicht auch zehn Kilometer. Mit etwas Routine meisterten aber schon viele Sechsjährige eine drei- bis vierstündige Tour mit rund 30 Kilometern. Jüngere Kinder fühlten sich im Fahrradanhänger am wohlsten. „Dort können sie bequem schlafen, Bücher lesen und ein bisschen spielen.“

Die erste Pause bietet sich laut Zubrägel nach sechs bis acht Kilometern und spätestens einer Dreiviertelstunde an. „Daran sollten sich die Eltern trotz aller Anfangseuphorie auch halten. Sonst sind die Kinder bei der ersten Pause schon völlig kaputt.“ Ein Spielplatz, ein Minigolfplatz, ein Pferdehof, alles, was Kindern Freude bereitet, sind gute Orte für eine Rast. Insgesamt empfiehlt der Radtouren-Experte zwei große und zwei kleine Pausen für eine Halbtagestour. Ideal sei noch ein kleines Highlight für die letzte Pause, zum Beispiel eine Eisdiele oder eine Pommesbude. „Dann schaffen die Kinder auch die letzten Kilometer ohne zu murren“, so Zubrägel.

Optimal: Verkehrsarme Strecke auf Asphalt

Eine möglichst verkehrsarme Strecke auf Asphalt sei für eine Tour, die ja in positiver Erinnerung bleiben soll, hilfreich. „Ab und zu darf es aber auch mal ein Wald- oder Schotterweg sein. Den Holperweg zwischen dem Rüschhaus und Münster-Nienberge haben wir unseren Kindern immer als ‚coole Crossstrecke‘ verkauft, das hat prima funktioniert“, erklärt der 54-Jährige.

Egal ob die Tour mit oder ohne Kinder stattfinde, vor jeder ersten Radtour des Jahres gelte: Reifen aufpumpen, Kette ölen. Je besser das Rad vorbereitet sei, desto leichter ließen sich auch längere Strecken bewältigen. Der Hintern werde bei mehrstündigen Touren trotzdem nach ein paar Stunden schmerzen. „Da hilft nur regelmäßiges Fahren und eine Radfahrhose unter der normalen Hose. Die federt den Druck deutlich ab“, erklärt Zubrägel.

Tipp: Keinen überfordern

Wer eine unbekannte Strecke fahren möchte, kann sich anhand der ausgeschilderten Routen wie denen des Münsterland e.V. orientieren. Alle Strecken seien kontrolliert und gut zu fahren. Grundsätzlich gelte: „Keiner der Mitfahrenden darf überfordert werden“, so Zubrägel. Wer dann Neues ausprobieren will, findet weitere Routen mit individuellem Startort und Streckenverlauf im Tourenplaner des Münsterland e.V. oder im Netzwerk GPSies. Der Unterschied hierbei ist: Alle Strecken im Tourenplaner sind vom Münsterland e.V. oder den Touristeninformationen im Münsterland geprüft. Bei GPSies hat jeder Hobbyradler die Möglichkeit, seine Touren hochzuladen. Von klassischen Falt-Straßenkarten rät Zubrägel ab: „Das sorgt fast immer für einen handfesten Ehekrach.“

(Redaktion)


 


 

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