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  • 06.05.2015, 09:10 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Mobilität und Mindestlohn

Präsident der IHK Nord Westfalen fordert Nachbesserungen und bessere Infrastruktur

Der Mindestlohn beschert auch den Unternehmen im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region einen erheblichen Aufwand. Drei Viertel aller von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen befragten Firmen meldeten eine Mehrbelastung – vor allem durch die geforderten Dokumentationspflichten. 37 Prozent beklagen sogar einen „großen Aufwand“.

„Der Mindestlohn hat eine große Schaufel Sand ins Getriebe der Wirtschaft geworfen“, sagte IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer am Dienstag in Münster.

Ansatzpunkte für Nachbesserungen beim Mindestlohn

Hüffer sieht drei Ansatzpunkte für Nachbesserungen: Zum einen könne die Haftung für Subunternehmer entfallen, weil doch ohnehin alle Betriebe per Gesetz verpflichtet seien, Mindestlohn zu zahlen. Zum zweiten sollte die dreimonatige Frist für mindestlohnfreie Praktika verlängert werden. Drittens könne das in NRW geltende Tariftreuegesetz bei öffentlichen Aufträgen nunmehr abgeschafft werden, so Hüffer.

Förderung der Mobilität und bessere Infrastruktur

Als wichtiges Thema für die Region sieht die IHK die Förderung der Mobilität bei der Arbeitsplatzsuche. Während es im nördlichen Ruhrgebiet viele unversorgte Lehrstellenbewerber gebe, meldete die Bundesagentur für Arbeit im April allein für die Kreise Coesfeld und Borken 1.585 freie Ausbildungsplätze. Hüffer betonte, dass von den 7.300 Lehrlingen im Münsterland derzeit nur 96 Auszubildende aus der Emscher-Lippe-Region kämen. „Da muss man dringend etwas tun“, verlangte Hüffer. Er appellierte an die Anbieter des ÖPNV, mehr Verbindungen zwischen den beiden Regionen anzubieten.

Doch die Verkehrsinfrastruktur spiele auch für die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt eine große Rolle. „Ohne Mobilität kein Wachstum“, brachte es Hüffer auf den Punkt. Neben dem sechsspurigen Ausbau der A1 und der Ost-West-Verbindung durch das Münsterland pochte der IHK-Präsident erneut auf den zweigleisigen Ausbau der Bahn-Strecke Münster-Lünen-Dortmund. „Dabei geht es um den Anschluss der Region an die transeuropäischen Netze“, betonte Hüffer. In einem Gespräch mit Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Bahn-Manager Ronald Pofalla in Berlin habe er die Bedeutung dieser Verbindung kürzlich deutlich gemacht. Hüffer: „Die Chancen für den Ausbau sind damit gestiegen.“

Wichtig ist für die IHK aber auch die Infrastruktur der digitalen Welt. „Die Breitbandversorgung hat noch spürbare Lücken“, sieht Hüffer Handlungsbedarf. „Mittel- und Kleinstädte drohen abgehängt zu werden.“

(Jürgen Stilling, WN)


 


 

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