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  • 08.07.2013, 09:33 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Moderne Modellflug-Technik

Luftbilder mit Hexakopter und Videobrille

Rund 5.000 Euro hat der selbst gebaute Modellflug-Helikopter mit den sechs Rotoren gekostet, in dem eine Kamera befestigt ist. Bis zu 100 Meter Flughöhe sind erlaubt und die Akkus reichen für etwa 9 Minuten Flug. Flexibler und preiswerter einsetzbar seien diese Fluggeräte und bieten damit Vorteile gegenüber klassischen Luftbild-Techniken.

„Etwas mehr rechts“, ruft Peter Böckelmann dem Piloten Gero Deckenbrock zu, derweil der Mini-Hubschrauber rund 35 Meter über ihnen kreist. Per Videobrille sieht Böckelmann am Boden genau das, was die Kamera oben ins Blickfeld genommen hat.

„Etwas höher“, lautet die nächste Regieanweisung. Und dann: „Jetzt ist es gut!“ Gero Deckenbrock drückt auf den Auslösknopf seiner Fernbedienung, das Foto von Haus Rumphorst ist im Kasten.

Das Wunderwerk der Technik, das dem Münsteraner Böckelmann diese spektakulären Luftaufnahmen seines Anwesens beschert, sieht aus wie ein riesiges Insekt und nennt sich Hexakopter.

Der seit 30 Jahren aktive Modellflieger Gero Deckenbrock, der sich dieses Gerät für rund 5.000 Euro zusammengebaut hat, spricht auch gern von einer „Kamera-Schwebe-Plattform“. Nur ein Wort kommt ihm nicht über die Lippen: „Drohne“. Und das aus gutem Grund: Die ins Gerede gekommenen Drohnen legen große Strecken zurück. Für den Hexakopter indes schreiben die Bestimmungen der Luftfahrt vor, dass der Pilot an der Fernsteuerung zu jedem Zeitpunkt Sichtkontakt mit dem Fluggerät haben muss. Überdies darf es laut der „allgemeinen Aufstiegserlaubnis“, über die Deckenbrock verfügt, nicht schwerer als fünf Kilogramm sein. Sonst müsste sich der Pilot für jeden Start bei der Bezirksregierung eine Startgenehmigung einholen – und zwar kostenpflichtig.

Luftaufnahmen aus bis zu 100 Metern Höhe

Erlaubt ist eine Höhe bis zu 100 Meter, doch Gero Deckenbrock hat die Erfahrung gemacht, dass Luftaufnahmen von Gebäuden bei Höhen von 30 bis 40 Metern am besten wirken. „Sonst sieht es aus wie eine Satellitenaufnahme.“

Der Angestellte eines Energieversorgers ist fest davon überzeugt, dass die Geräte künftig häufiger zum Einsatz kommen: etwa zur Kontrolle von Kirchtürmen, Windrädern, Strommasten oder schwer zugänglichen Dachstühlen.

Der Vorteil gegenüber der klassischen Luftfotografie bestehe darin, dass die ferngesteuerten Geräte „flexibler und preiswerter einsetzbar“ seien und – anders als reguläre Flugzeuge – keine Mindesthöhe einhalten müssten. Im Gegenzug sind den Einsätzen eines Hexakopters aber enge zeitliche Grenzen gesetzt: Die Batterie, die die sechs elektrogetriebenen Rotoren speist, hält neun Minuten. Dann muss der Pilot für seine fliegende Kamera wieder sicheren Boden unter den Füßen haben.

Übrigens: Häuser darf Deckenbrock von oben fotografieren. Verboten indes sind Flüge über Menschenansammlungen, Unglücksorte, Katastrophengebiete, Gefängnisse, Kasernen – und Flughäfen natürlich.

(Klaus Baumeister)


 


 

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