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  • 06.05.2013, 09:31 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Münsterischer Agrarkonzern

Agravis steigt bei der Mühlengruppe Grain Millers ein

Das Agrarhandelsunternehmen Agravis mit Sitz in Münster und Hannover wird sich mit 31,5 Prozent an der Mühlengruppe Grain Millers beteiligen. Das kündigte der münsterische Agrarkonzern am vergangenen Freitag auf der Hauptversammlung im brandenburgischen Fürstenwalde an.

Wie Vorstandschef Dr. Clemens Große Frie am Freitag auf der Hauptversammlung in Fürstenwalde/Brandenburg mitteilte, wolle Agravis damit den Getreideabsatz in einer beträchtlichen Größenordnung absichern. Er sprach von Hunderttausenden Tonnen, die man durch diese Kooperation in den Markt einbringen könne.

Die Mühlengruppe Grain Millers erwirtschaftet laut Große Frie einen Jahresumsatz von 400 Millionen €  und hat Standorte in Münster, Bremen, Recklinghausen und Bad Langensalza. Außerdem betreibt Grain Millers ein Futtermittelwerk in Thüringen. „Das ist eine Kooperation ganz nah an der Kernsubstanz der Agravis-Gruppe“, sagte Große Frie vor den rund 800 Aktionären, zu denen 120 regionale Raiffeisen-Genossenschaften gehören. Ein direkter Einstieg in das Mehl- und Mühlengeschäft sei mit der Beteiligung nicht verbunden. Das Bundeskartellamt muss dem Schritt noch zustimmen.

Die strategische Weiterentwicklung will die Agravis-Gruppe in 2013 auch über die Beteiligung an Grain Millers hinaus vorantreiben. Dazu gehört der Aufbau eines E-Commerce-Angebotes für die Kunden. Der Online-Shop soll im nächsten Jahr eröffnen.

„Wir sind ein Verfechter des regionalen Genossenschaftsprinzips“

Die geschäftliche Entwicklung in den ersten Monaten dieses Jahres verlief laut Aussagen des Vorstandes positiv. Mit einem Umsatz von 2,4 Mrd. €  bis Ende April sei der Vorjahreswert um 15 Prozent übertroffen worden, so Große Frie. Am Jahresende werde voraussichtlich wieder ein Umsatz von mehr als sieben Milliarden €  erreicht sein. Das Ergebnis vor Steuern werde erstmals über die Hürde von 50 Mio. €  steigen, so die Einschätzung der Unternehmensleitung. Mittelfristig strebt Agravis eine Umsatzrendite von einem Prozent an, im vorigen Jahr wurden 0,7 Prozent erreicht. In diesem Jahr seien Investitionen in einem Umfang von 70 Mio. €  geplant. Besonderes Augenmerk soll parallel auf eine schlankere Kostenstruktur gelegt werden.

Trotz verschiedener internationaler Verflechtungen – ein spanischer Tierarzneimittelhersteller wurde 2012 übernommen, mit einem dänischen Unternehmen gibt es zwei Joint Ventures – bleibe der Schwerpunkt der Aktivitäten in Deutschland. „Wir sind ein Verfechter des regionalen Genossenschaftsprinzips“, unterstrich Große Frie. Gastredner in der Hauptversammlung war Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck.

(Roland Greife)


 


 

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