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  • 16.09.2015, 15:16 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Münsterland ist Klimaland

Klimaschutzregion Münsterland startet durch

Es gibt viele herausragende Projekte, die einzelnen Städten und Gemeinden im Münsterland ein Klimaschutz-Image verliehen haben. Ab sofort werden diese Kompetenzen einheitlich für die gesamte Region vermarktet. Der Münsterland e.V. hat am Mittwoch als Partner der KlimaExpo.NRW eine neue Marke vorgestellt, unter deren Dach künftig zahlreiche regionale Aktionen zum Klimaschutz stattfinden sollen: Münsterland ist Klimaland.

Zweites Standbein der Offensive in der Region ist das neu gegründete Klimanetzwerk Münsterland der EnergieAgentur.NRW, das sich bei der gemeinsamen Veranstaltung im Speicher 10 in Münster ebenfalls der Öffentlichkeit vorstellte.

„Mit dem Slogan Münsterland ist Klimaland wird die Selbstverständlichkeit und die Kompetenz betont, mit der wir uns im Münsterland den Herausforderungen des Klimaschutzes stellen“, erklärte Klaus Ehling, Vorstand des Münsterland e.V. Zusammen mit der KlimaExpo.NRW identifiziert der Münsterland e.V. Fortschrittsmotoren, stellt gute Projekte und Initiativen in ein Schaufenster und fördert eine Mitmachkultur.

Gemeinsam mit den Klimaschutz-Akteuren der Region hat er zudem eine Kommunikationsstrategie zur einheitlichen regionalen Vermarktung entwickelt, die Ehling am Mittwoch vorstellte. Ein Angebot daraus sind die sogenannten Städtekoffer für den regionalen Klimaschutz. Vereine, Organisationen, Kindertagesstätten, Schulen und Kommunen können sie sich beim Münsterland e.V. ausleihen. Sie beinhalten zum Beispiel einen Kinder-Klimapfad für Grundschüler oder Input für eine Schüleraktion „Tausche Plastik- gegen Jutetasche“. „Nordrhein-Westfalen hat viele Gesichter und jede Region ihre eigenen Herausforderungen und Stärken: Deshalb muss sich auch der Klimaschutz vielgestaltig zeigen und die besonderen Gegebenheiten vor Ort berücksichtigen. Wir freuen uns, dass wir jetzt noch aktiver im Münsterland werden“, sagte Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW.

Neben der Sensibilisierung für den Klimaschutz und der Vermarktung der Klimaschutzregion geht es bei der Offensive auch um die Entwicklung weiterer Projekte. „Mit dem neu gegründeten Klimanetzwerk Münsterland will die EnergieAgentur.NRW durch den Austausch viele neue, gute Beispiele generieren – zur Nachahmung empfohlen. Diese Beispiele können später vielleicht einmal als Exponat der KlimaExpo.NRW dienen“, sagte Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW.

Beispielhafte Projekte

Was das für Beispiele sein könnten, stellten am Mittwoch unter anderem die Gemeinde Olfen (Kreis Coesfeld) und die Bauerschaft Hollich (Kreis Steinfurt) vor.

Hollich ist Teil des Projekts energieland2050, mit dem der Kreis Steinfurt bis 2050 energieautark sein möchte. In der Bauerschaft gibt es einen Bürgerwindpark, mehrere Biogasanlagen, eine Biogasleitung und Nahwärmenetze zur Versorgung privater und öffentlicher Liegenschaften mittels Satelliten-Blockheizkraftwerk (BHKW). Die Stromproduktion ermöglicht die Versorgung von rund 21.000 Haushalten.

In Olfen hat sich die Fahrleistung der Schulbusse dank des Projekts „Bedarfsorientier Schulbusverkehr“ um 40 Prozent reduziert. Statt drei Bussen müssen nur noch zwei fahren. Möglich machen dies spezielle Schülerausweise, auf denen georeferenzierte Informationen zur jeweils benötigten Zielhaltestelle gespeichert sind. Beim Einsteigen werden die Ausweise gescannt. Eine Software errechnet dann die beste Route, um alle Fahrgäste zur gewünschten Haltestelle zu transportieren. Beide Projekte wurden auch bereits im Rahmen der landesweiten KlimaExpo.NRW qualifiziert.

Um die Optimierung des Verkehrs im ländlichen Raum ging es auch im zweiten Teil der Veranstaltung, in dem Rüdiger Brechler, zuständiger Klimanetzwerker bei der EnergieAgentur.NRW für den Regierungsbezirk Münster, zunächst das Klimanetzwerk Münsterland als neue regionale Plattform für den kommunalen Erfahrungsaustausch vorstellte. Ein Schwerpunktthema bildete Elektromobilität und Car-Sharing im ländlichen Raum. Hier berichteten unter anderem die Kommunen Dülmen und Senden von ihrem gemeinsamen Vorhaben, erstmals Elektro-Autos für den kommunalen Fuhrpark mit Zuschüssen des Bundes zu beschaffen.

Eine begleitende Ausstellung im Speicher 10 informierte ebenfalls über das Thema und stellte zusätzlich Best-Practice-Beispiele aus dem Klimaschutz im Münsterland vor.

Das Land NRW und die Europäische Union fördern die Beteiligung des Münsterlandes an der KlimaExpo.NRW. Projektpartner sind die vier Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sowie die kreisfreie Stadt Münster. Das Klimanetzwerk Münsterland der EnergieAgentur.NRW erhält eine Förderung durch das NRW-Klimaschutzministerium.

(Redaktion)


 


 

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