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  • 21.10.2013, 09:32 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Münsterland-Marketing

Kritik an SPD-Forderung zum Rückzug der Stadt aus dem Münsterland e. V.

Mit Unverständnis und teilweise heftiger Kritik reagieren führende Ver­treter aus dem Münsterland auf den Vorschlag der münsterischen Ratsfraktion, nach dem die Stadt der regionalen Management-Agentur „Münsterland e. V.“ faktisch den Rücken kehren soll.

„Ich betrachte diese Bestrebungen als kontraproduktiv. Damit würden un­ter anderem die jüngsten Bemühungen um eine Optimierung der Marke Münsterland – bei denen dem Münsterland e. V. eine wichtige Rolle zukommt – einen herben Rückschlag erfahren“, erklärt der Coesfelder Landrat Konrad Püning.

Ähnlich argumentierten der Landrat des Kreises Warendorf Dr. Olaf Gericke: „Um die Marke Münsterland zu stärken, brauchen wir weiterhin einen schlagkräftigen Münsterland e.V. Dabei ist es wie im Sport: Wir können nur gemeinsam gewinnen. Münster und das Münsterland gehören untrennbar zusammen. Mit Kirchturmdenken gewinnen wir bundesweit keinen Blumentopf.“

SPD schlägt drastische Zuschuss-Kürzung vor

Die Genossen hatten in Münsters Rat vorgeschlagen, den Zuschuss von 240.000 Euro pro Jahr auf 60.000 Eu­ro zu kürzen. Dem könnte insofern Bedeutung beikommen, als SPD, Grüne und FDP gemeinsam über den Etat beraten wollen und für dessen Verabschiedung eine ei­gene Mehrheit hätten. Der Grund für den von der angekündigten Rückzug: Münsterland e. V. sei nicht effektiv und darüber hinaus vielleicht gut für die Region, aber nicht für Münster.

Das lässt der Steinfurter Landrat Thomas Kubendorff ebenso wenig gelten wie dessen Borkener Amtskollege Dr. Kai Zwicker. „Unser Münster­land e. V. macht ausgezeichnete Arbeit und ist wichtiger denn je“, sagt Zwicker. Darum halte er den Vorschlag der SPD „für komplett falsch“. Andere Regionen bauten ihr Marketing aus und brächten sich so in eine gute Position, wenn es darum geht, Fachkräfte zu sichern, Touristen zu locken und Fördermittel zu akquirieren, ergänzt Kubendorff. Vor diesem Hintergrund sei „die Diskussion über eine Mittelkürzung absurd – im Grunde müssten wir über eine Erhöhung sprechen“.

Nur starke Regionen auf Dauer wettbewerbsfähig

„Man muss eben wissen, wo man zu Hause ist“, bemerkte durchaus spitz der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, Karl-Friedrich Schulte-Uebbing. Für ihn steht fest: „Münster braucht das Münsterland so wie umgekehrt das Münsterland von der Stadt Münster profitiert.“ Nur starke Regionen seien auf Dauer wettbewerbsfähig. „Einzelkämpfer haben kaum eine Chance.“

Ähnlich argumentiert übrigens auch der Wirtschaftsförderer der Stadt Münster, Dr. Thomas Robbers. „Es wäre schön“, sagt er, „wenn es uns gelänge, den Regionalgedanken zu stärken.“ Was im Umkehrschluss bedeutet, dass er im Münsterland nicht zu stark ausgeprägt ist.

Den Gedanken starker Regionen teilt übrigens auch das NRW-Wirtschaftsministerium: Regionen, die nicht an einem Strang zögen, „ziehen künftig bei der Zuweisung von Fördermitteln den Kürzeren“, sagt NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD).

(Elmar Ries)


 


 

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