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  • 09.01.2013, 09:59 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Münsterland-Präsidium

Mobilität im ländlichen Raum sichern und verbessern

Auch im Münsterland sind viele ländliche Regionen von Bevölkerungsrückgang, sinkenden Schülerzahlen und Überalterung betroffen. Dies hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Versorgung mit Linienbussen und Bahnen.

Wie kann in ländlichen Gebieten trotzdem künftig ein flächendeckendes und zufriedenstellendes Angebot mit öffentlichen Verkehrsmitteln aufrechterhalten oder sogar verbessert werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Sitzung des Präsidiums der Münsterlandkonferenz am Montagnachmittag in den Räumen der Bezirksregierung Münster am Domplatz. Die große Bedeutung einer guten Breitbandversorgung für das Münsterland war ein weiteres wichtiges Thema, mit dem sich das Präsidium auseinandersetzte.

Mobilität und Erreichbarkeit bilden für die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit einer Region eine entscheidende Voraussetzung. Ob die Menschen sich in einer Region wohl fühlen, wird wesentlich davon mitbestimmt, ob sie ihren Arbeitsplatz, Schulen, Geschäfte, Arztpraxen, Krankenhäuser, Kultur- und Freizeitangebote mit vertretbarem Zeitaufwand, kostengünstig und bequem erreichen können. Besonders im ländlichen Raum sind neue und flexiblere Konzepte erforderlich, um die Mobilität zu sichern und an die sich ändernden Bedürfnissen der Bürger anzupassen.

Aktuelle Beispiele als mögliche Vorbilder

Das Münsterland-Präsidium hat sich deshalb jetzt ausführlich mit aktuellen Beispielen auseinandergesetzt, etwa dem neuen BürgerBus-Modell Olfen, bei dem der Fahrgast - nach vorheriger Anmeldung - Start oder Ziel frei ohne Haltestellen-Bindung wählen darf. Andere Konzepte basieren auf flexiblen, von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern betrieben Bürgerbussystemen. In dünn besiedelten Räumen bieten anpassbare Fahrtrouten, Zu- und Ausstiegsmöglichkeiten nach Wunsch der Fahrgäste, auch bis vor die Haustür, Transport nach Anforderung und nicht nach Fahrplan, bedarfsorientierter Schülertransport, Anruf-Sammeltaxis und Anruf-Busse gute Alternativen zum herkömmlichen Linienverkehr. Dabei sind zahlreiche und intelligente Kombinationen zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn, Auto und Fahrrad denkbar. Eine Verknüpfung von Bus und dem Verleih von Pedelecs beinhaltet beispielsweise das Projekt "Steinfurt Mobil", das in Mettingen gestartet ist. Eine weitere Option ist die Entwicklung von Radschnellwegen, die besonders für Elektrofahrräder rasche, direkte und bequeme Verbindungen zwischen Kommunen schaffen.

"In ländlichen Regionen ist Mobilität die Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Diese zu sichern und damit zur Standortsicherung und Lebensqualität einer Region beizutragen, betrachten wir als ein wichtiges Ziel der Münsterlandkonferenz", äußerten sich Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke und Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller am Rande der Sitzung.

Aufgabe des Münsterlandpräsidiums ist die strategische Ausrichtung auf regional bedeutsame Projekte, die im Konsens mit allen Beteiligten auf den Münsterlandkonferenzen beschlossen werden. Zum Präsidium gehören neben der Behördenleitung der Bezirksregierung Münster der Vorsitzende des Regionalrates, die Sprecher der Landräte und Bürgermeister des Münsterlandes sowie Vertreter der Kammern, Verbände und Hochschulen. Die nächste Münsterlandkonferenz ist für den Sommer 2013 geplant und wird sich unter Beteiligung der Fachverbände und Vertretern der Landesregierung schwerpunktmäßig dem Thema Mobilität im ländlichen Raum widmen.

(Redaktion)


 


 

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