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  • 14.11.2014, 08:36 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Mut beim Verhandeln

Unternehmertum-Symposium beschäftigte sich mit Taktik

Ob über eine Bohrinsel oder über eine Erdnuss verhandelt wird, die Strategie sei immer gleich, lautet sein Standpunkt. Faule Kompromisse möchte Prof. Dr. Jack Nasher aus München nicht eingehen.

Ein bisschen ärgert sich der Wirtschaftspsychologe und Jurist heute, dass er seine Strategien in einem Buch veröffentlicht hat. „Jetzt weiß jeder, wie es geht.“ Am Donnerstag weihte er seine Zuhörer beim Symposium „Mut“ im Rathaus in die Geheimnisse eines erfolgreichen Verhandlers ein.

Am Tag zuvor verhandelte Prof. Dr. Jack Nasher noch in Houston in Texas über eine Bohrinsel. Der 35-Jährige saß als Berater auf der Käuferseite, die er zuvor taktisch eingestimmt hat. „Es ging um Millionenforderungen im dreistelligen Betrag.“ Es sei aber auch egal, auf welcher Seite er sitzen würde, so der Referent, denn er sei nicht käuflich. Aber locker drauf, denn einen Tag später stand der Experte vor rund 200 Gästen in Münster. „Eine provinzielle Stadt, die aussieht wie Disneyland und sehr schön ist“, lobte er.

Nasher gehörte zum „Referenten-Deal“ von Initiator Rainer Schlief für das Symposium „Mut“ – und der war wie immer perfekt. Die Redner brillierten durch ihre Vorträge.

Überlebensfrage für Unternehmen

Der Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher aus Ulm ging dabei beispielsweise auf die Überlebensfrage für Unternehmen ein. Wie können sich mittelständische Unternehmen künftig neu anpassen und ausrichten. Informationstechniken spielten heute zunehmend eine Rolle, bedeuten aber Einschnitte für die Zukunft der Arbeit und der Sozialsysteme, betonte der Gast. „Wenn in 20 Jahren ein Auto selbst fahren soll, dann muss ich ihnen nicht sagen, was das für Taxiunternehmen bedeutet.“

„Wir bekommen nicht, was wir verdienen, sondern was wir verhandeln.“

Prof. Dr. Jack Nasher möchte gerne aus einem „Dealmaker einen Dealdesigner“ machen. Sein Motto lautet: „Wir bekommen nicht, was wir verdienen, sondern was wir verhandeln.“ Der 35-Jährige machte seinen Zuhörern Mut: „Sie sind die Quelle der Macht.“ Er sprach über gewollte Knappheitseffekte, mit denen vor allem in der Luxusindustrie gearbeitet würde, um Produkte besser zu verkaufen. „Menschen wollen, das was knapp ist.“

Den Zuhörern gab er den Rat: „Ihre Macht ist am höchsten, wenn sie ein Angebot vorliegen haben und nicht sofort unterschreiben.“ Dritter im Bunde war am Donnerstagabend Dr. Manfred Lütz. Der Arzt, Theologe und Schriftsteller sprach über Risiken und Nebenwirkungen des Gesundheitswahns.

(WN)


 


 

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