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  • 05.08.2015, 14:56 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Nachwehen des Post-Streiks

Deutsche Post arbeitet noch immer die Folgen des lange beendeten Streiks ab

Heute kam eine Mahnung vom Krankenhaus“, schreibt Ralf Willinghöfer, „die Rechnung soll am 18. Juni abgeschickt worden sein.“ Er ist einer der zahlreichen Lesern, die auf der Facebook-Seite der Westfälichen Nachrichten über fehlende Post klagen. Fast einen Monat nach Ende des Poststreiks reißen Klagen über ausbleibende Sendungen nicht ab.

Steffi Künster schreibt von einem Päckchen, das sie am 12. Juni in England aufgab: „Die Hoffnung, dass es ankommt, habe ich noch nicht aufgegeben.“ Mario Budde fehlen Antwortkarten auf Einladungen, die er Mitte Juni versandt hat. Und Fine Meyer klagt, dass sie seit Mitte Mai keine Fernsehzeitung mehr gesehen hat.

„Eigentlich sind wir durch“, sagt dagegen Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutschen Post. Bei gezielter Anfrage zu Münster räumt er dann allerdings ein, dass es nach dem Streik „teilweise zu Fehlleitungen gekommen ist“. Im Streik-Chaos seien Briefe in die falschen Bezirke geleitet worden. Ernzer: „Da reden wir über Einzelbereiche und einzelne Bezirke, die wir austauschen müssen.“ Postfachmännisch prägt er dafür das wunderbare Wort: „Fehlleitungsbereinigung.“ Die soll bis Ende dieser Woche endgültig abgeschlossen sein.

Für Münsters Postboten fiel nach dem Streik das Sommerloch flach. Neben der aktuellen Post trugen sie die liegen gebliebenen Sendungen aus. Und auch das konnte, so der Pressesprecher, sehr ungleich ablaufen. Bis zu der sonderbaren Situation, dass auf manchen Straßen eine Hälfte der Anwohner unterm Streik litt, die andere nicht.

Streik gilt als „höhere Gewalt“. Deshalb können auch Kunden wie Elmar Thiemann aus Havixbeck niemanden wegen nicht verteilter Rechnungen verklagen. Sein Fazit: „Wir verschicken Rechnungen nur noch per Mail als PDF.“ Und Pakete nicht mehr mit DHL, der Posttochter.

Bei einem Leser wurde Kindergeld nicht gezahlt, weil Unterlagen liegen geblieben waren. Andere warten auf ihren Steuerbescheid. Dennis Eberhardt empfing Lehrbücher genau zwei Stunden nach seiner Prüfung. Eberhardt: „Sie wurden sechs Wochen vorher abgesandt.“

(Günter Benning, WN)


 


 

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