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  • 04.06.2013, 09:09 Uhr
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  • Münster
Nanotechnologie

Hohes Potenzial und Quelle der Wertschöpfung

In dieser Woche wird die Wissenschaft von den kleinsten Teilchen, die Nanotechnologie, in Münster groß gefeiert. Das Forschungszentrum Centech wird zehn Jahre alt.

WN-Redakteurin Karin Völker sprach mit dem Leiter der münsterischen Wirtschaftsförderung und der Centech GmbH, Dr. Thomas Robbers, über den Stellenwert von „Nano“ in Münster.

Die Stadt Münster hat sich am Bau des Centech finanziell beteiligt. Hat sich diese Investition gelohnt?

Robbers: Unbedingt. An den Hochschulen in Münster gibt es eine hervorragende Expertise in Sachen Nanotechnologie. Deshalb war schon seit sehr langer Zeit klar, dass dies für Münster eine Quelle der Wertschöpfung ist – und es ist gelungen, die wissenschaftliche Expertise in unternehmerische Wertschöpfung zu übersetzen.

Die Frage der städtischen Beteiligung war nicht unumstritten ...

Robbers: Das stimmt. Münster und das Münsterland sind durch die mittelständische Wirtschaft geprägt. Das Thema Nanotechnologie war neu, und das wirtschaftliche Potenzial hat sich nicht überall auf Anhieb erschlossen. Die städtische Beteiligung war aber eine zukunftsweisende und absolut richtige Entscheidung. Sie hat dazu beigetragen dass, wenn in Europa über Nanotechnologie gesprochen wird, auch immer von Münster die Rede ist. Heute gibt es auf allen Ebenen hohe Anerkennung für diesen Schritt. Ein Zeichen dafür ist ja auch, dass die Stadt sich ebenfalls beim Bau des Nano- Bioanlytik-Zentrums, das Anfang 2013 eingeweiht wurde, beteiligt hat.

Wie viele Unternehmen arbeiten inzwischen in Münster auf dem Gebiet der Nanotechnologie?

Robbers: Acht Unternehmen arbeiten allein im Centech, fünf im Nano-Bioanalytik- Zentrum. Ich vermute, wir haben hier in Münster rund 20 Firmen mit zusammen 500 bis 600 Angestellten. An den Hochschulen arbeiten noch einmal so viele am Thema „Nano“.

Anfangs entwickelte sich der Ausbau der Nanotechnologie schleppender als erwartet. Wie kommt es, dass die Dynamik jetzt zugenommen hat?

Robbers: Unternehmen kommen um so leichter an einen Standort, wenn dort bereits andere Unternehmen in der Branche arbeiten. Wir haben in Münster zusammen mit Universität und Land mit dem Centech sozusagen einen Grundstein gelegt, die Infrastruktur geschaffen, dass hier Anwendungen in sehr unterschiedlichen Bereichen entwickelt werden. Nanotechnologie ist eine Querschnittstechnologie. Ein Bereich der Anwendung ist die Analytik, vor allem in Medizin und Pharma. Aber auch große Unternehmen der Lack- und Farbindustrie vor Ort, wie Brillux oder BASF nutzen sie.

Welches Potenzial hat Nanotechnologie für Münster noch?

Robbers: Ein hohes. Dass Münster international einer der führenden Standorte ist, beweist ja, dass ein weiteres Nanoforschungszentrum, das Center fpr Soft Nanosciene, aus Mitteln von Bund und Ländern für 34 Millionen Euro nun hier gebaut wird. Wissenschaftliche und unternehmerische Entwicklung arbeiten hier Hand in Hand. Nano in Münster ist eine Erfolgsgeschichte.

10 Jahre Centech

Das zehnjährige Bestehen des Centech wird vom 5. bis 8. Juni groß gefeiert. Am Mittwoch und Donnerstag (5./6. Juni) findet im Schloss findet ein internationales Symposium statt, am Freitag (7. Juni) wird im Rathaus ab 14.30 Uhr das Jubiläum mit einer Festveranstaltung begangen. Außerdem finden im Centech Workshops für Schüler statt. Am Samstag (8. Juni) gibt es dann Nano für alle. Das Centech (Heisenbergstraße 11) lädt von 10 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür ein.

(Karin Völker)


 


 

Dr. Thomas Robbers
Centech GmbH
Münster
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