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  • 12.08.2013, 10:51 Uhr
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  • Münster
Neuanfang dank Jobcenter

Festanstellung mit 61 Jahren

Christa Tenbrink ist warmherzig, gut gelaunt und pragmatisch. Jetzt hat sie eine feste Anstellung als Versorgungsassistentin in der gynäkologischen Abteilung des Evangelischen Krankenhauses (EVK) bekommen - mit 61 Jahren. Geholfen hat ihr dabei das Jobcenter Münster.

Als Christa Tenbrink Anfang 2010 nach zehn Jahren in Spanien allein nach Münster zurückkehrte, ging es ihr lange nicht so gut. "Alles was ich besaß, hatte ich im Auto bei mir", sagt sie. Sie hatte kein Geld, keine Möbel und keine Arbeit. Und weil es für Menschen in ihrem Alter nicht einfach ist, Arbeit zu finden, nahm sich im Jobcenter Tanja Wittek ihrer an.

Wittek ist Jobcoach mit Zusatzqualifikation als personenzentrierte Beraterin und kümmert sich mit viel Zuwendung um Kundinnen und Kunden über 50. "Das Individualcoaching ist freiwillig", erläutert sie. "Ich biete besondere Hilfen an, wenn jemand mit persönlichen Belastungen fertig werden möchte und Stärkung für das Selbstbewusstsein gebrauchen kann." Die Zusammenarbeit ist in der Regel besonders vertraulich, der Beratungsansatz breiter.

Christa Tenbrink frischte zunächst ihre Computerkenntnisse auf. Mit Unterstützung des Jobcenters erarbeitete sie eine attraktive Bewerbungsmappe, die aber erst nicht den gewünschten Erfolg brachte. Entmutigend und auch bedrohlich für Tenbrink - obwohl sie in Spanien durchgehend gearbeitet hatte - denn ihr letzter sozialversicherungspflichtiger Job war 1997. Jobcoach Wittek schlug den Einstieg über einen so genannten 1,50-Euro-Job bei der Arbeitsgemeinschaft Betriebssozialarbeit (AGBSA e. V.) vor. Dieser gemeinnützige Träger bietet seit Jahren Arbeitsmöglichkeiten für arbeitslose Menschen in der Patientenbegleitung im Evangelischen Krankenhaus (EVK).

Chance für den Wiedereinstieg genutzt

Für die gelernte Arzthelferin Tenbrink war war dies im Februar 2011 die Gelegenheit für den Wiedereinstieg. Nach sechs Monaten bot das Jobcenter dem EVK an, die neue Mitarbeiterin für zwei Jahre befristet einzustellen. Das Jobcenter zahlte den Eingliederungszuschuss. Zum 1. September ist die Stelle nun entfristet, denn: "Ohne Christa läuft hier nichts mehr", sagen die Kollegen.

Für die herzliche und engagierte Frau ein Segen. "Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich werde gebraucht und das Team ist super", freut sich Tenbrink. 20 Stunden die Woche arbeitet sie und hat damit noch Zeit, sich nachmittags um die Zwillinge ihres Sohnes zu kümmern, wenn die Schwiegertochter arbeiten geht. Ein einziges Mal war Christa Tenbrink seit Anfang 2011 krankgeschrieben .

(Redaktion)


 


 

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