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  • 13.03.2013, 10:41 Uhr
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  • Münster / Amelsbüren
Neubaugebiet Amelsbüren

Discounter Netto kommt doch nicht

Schlechte Nachrichten für Amelsbüren: Nach drei Anläufen und öffentlicher Diskussionen um die Ausschreibungs-Modalitäten, sollte der Discounter Netto ins Neubaugebiet Amelsbüren kommen. Doch jetzt sagte der Investor überraschend ab.

Schlimmer kann es nicht kommen. Erst werden drei Anläufe bei der Ausschreibung benötigt. Dann wird die Rechtmäßigkeit des Verfahrens von einem Bewerber, der nicht zum Zug gekommen ist, öffentlich angezweifelt. Und schließlich macht der Investor, der den Zuschlag bekommen hat, einen Rückzieher, wie unsere Zeitung gestern aus zuverlässiger Quelle erfahren hat. Das Desaster um den Lebensmittelmarkt Amelsbüren ist perfekt.

Wer in den vergangenen Tagen durch das Neubaugebiet Amelsbüren fuhr, dem fielen vor allem zwei Dinge auf: Trotz des zähen Winters ist der Bau der Kindertagesstätte am Wiedeiken erfreulich weit vorangeschritten. Umso augenfälliger ist es, dass sich nur wenige Hundert Meter entfernt auf der Brachfläche am Kreisverkehr rein gar nichts getan hat.

Die Eröffnung eines Lebensmittelmarkts ist in weite Ferne gerückt. Der Lebensmitteldiscounter Netto hat sich überraschend zurückgezogen. Ein Vertragsabschluss ist bis zum heutigen Tag nicht zustande gekommen. Nach Informationen der Westfälischen Nachrichten hat der Rückzug nichts mit dem Standort zu tun, der bis zuletzt politisch umstritten war. Den Ausschlag soll gegeben haben, dass es dem Investor in den Verhandlungen mit der Stadt nicht schnell genug gegangen sein soll. Zur Jahresmitte 2013, so war in Amelsbüren bereits zu hören, werde der Markt eröffnen.

Bereits vor exakt drei Monaten hatte der Rat der Stadt Münster am 12. Dezember grünes Licht für Verhandlungen mit dem Lebensmitteldiscounter gegeben. Vorausgegangen waren mehrere Ausschreibungen. Bereits 2008 war das 6.130 Quadratmeter große Grundstück erstmals zum Verkauf angeboten worden.

Selbst die dritte Ausschreibung zog sich über Gebühr lange hin. Geschlagene sechs Monate nach Ende der Bewerbungsfrist legte die Verwaltung der Politik eine Entscheidungsvorlage vor, wer von den fünf Bewerbern den Zuschlag erhalten solle.

Die Verwaltung empfahl nach Durchsicht aller Bewerbungen, dem Discounter Netto den Zuschlag zu erteilen. Ein entsprechender Beschluss – wie es der Rat der Stadt Münster mit breiter Mehrheit auch tat. Irritationen traten auf, als der in Gronau ansässige Lebensmittelmarktbetreiber K+K öffentlich die Rechtmäßigkeit des Vergabeverfahrens anzweifelte. Er beschwerte sich, die Stadt habe Nachverhandlungen mit Bewerbern geführt. K+K-Geschäftsführer Rolf Klaas fühlte sich übergangen. Tatsächlich war nach Ende der Bewerbungsfrist die fehlende Bindungserklärung an das Kaufpreisgebot nachgereicht worden. Zudem hatte der Investor einen Betreiberwechsel von Lidl zu Netto bekanntgeben.

(Michael Grottendieck)


 


 

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