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  • 16.04.2014, 09:47 Uhr
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  • Gronau-Epe / Münsterland
Neuer Fundort

Weiterer Ölfund in einem Waldgebiet

Neue Hiobsbotschaften aus dem Eper Venn: Die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW) hat am Dienstagnachmittag bekanntgegeben, dass an einer zweiten Stelle – außerhalb der bisher betroffenen Weide – Öl aus dem Boden tritt. Auch hier ist die Ursache bisher unklar. Die Koordinierungsgruppe trat am Nachmittag unmittelbar nach Bekanntwerden des zweiten Fundes erneut zusammen.

Wie die SGW am späten Nachmittag mitteilte, war das Öl bei systematischen Begehungen im Umfeld des Ölfunds vom Samstag entdeckt worden. Das betroffene Waldstück liegt südöstlich der kontaminierten Weide. Experten vermuten, dass der Ölaustritt hier vor dem auf der Weide erfolgte, weil die Fließrichtung des Grundwassers vom Wald in Richtung Weide verläuft. Als Sofortmaßnahmen wurden Ölsperren im näheren Umkreis enger gesetzt und das Kontrollgebiet den neuen Erkenntnissen angepasst. Das Öl steht auf Wassermulden im Wald und wird abgesaugt. Dafür hat die SGW eine kurze Schneise in den Wald geschlagen.

Nach ersten Analysen des Samstag gefundenen Öls ist es laut SGW unwahrscheinlich, dass die Verunreinigung aus einem ehemaligen Leitungsschaden stammt, der 2007 festgestellt und saniert wurde. Ob es aus einer Öl-Kaverne oder aus einer anderen Ölleitung stammt wird jetzt untersucht. An der Sitzung der Koordinierungsgruppe nehmen für die Stadt Gronau auch Bürgermeisterin Sonja Jürgens und Stadtbaurat Frank Vetter teil. Beide betonten gegenüber den Westfälischen Nachrichten, dass sie die Gespräche mit sehr intensiven Fragen begleiten. Jürgens: „Wir vertreten hier die Belange der Stadt, der Bürger und insbesondere auch die der unmittelbaren Anlieger. Und wir haken schon deutlich und kritisch nach, wenn es um Fragen der Gefahrenabwehr und der Ursachenforschung geht.“ Gleichwohl: Eine fachliche Zuständigkeit hat die Stadt im Verfahren nicht. Die Federführung liegt beim Bergamt (Bezirksregierung Arnsberg). Aber auch die mache mächtig Druck in Sachen Aufklärung, wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet.

Nicht gut unterrichtet von der SGW fühlt sich derweil Anlieger Klaus Sundermann. Das Haus seiner Familie liegt in Sichtweite von Weide und Wald. Am Montag noch habe SGW-Geschäftsführer Dr. Manfred Inkmann die „gute Nachbarschaft“ mit den Anliegern betont. Sundermann merkt davon nach eigenen Angaben nichts: „Da könnte doch auch mal eben einer kommen und sagen, was Sache ist“, übt er Kritik, dass weder nach dem ersten noch nach dem zweiten Ölfund jemand bei ihm gewesen sei. „Stattdessen müssen wir hingehen und fragen.“ Das ärgert ihn. Denn: „Wir waren eher da als die“, rückt er die Verhältnisse zurecht.

Direkt betroffen ist Sundermann bisher nicht, außer dass über den Wirtschaftsweg vor seinem Haus in diesen Tagen jede Menge Fahrzeuge rollen. Trinkwassertechnisch ist die Familie nicht betroffen – das Haus hat einen Stadtwasseranschluss. Ob sein Brunnen für das Brauchwasser im Garten in Mitleidenschaft gezogen ist, weiß er noch nicht: „Die Pumpe schließe ich gerade wieder an.“

(Klaus Wiedau, WN)


 


 

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