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  • 14.10.2013, 09:13 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Neuer LVM-Turm in Münster

Klage gegen neuen LVM-Büroturm bereits vor Monaten zurückgezogen

Der Streit um den neuen Büroturm der LVM-Versicherung ging erst vor Gericht und dann wurde es still. Inzwischen muss der Konzern nicht mehr damit rechnen, dass der Neubau juristisch gestoppt wird. Das Verfahren wurde eingestellt. Über die Gründe für das Schweigen der Beteiligten kann man nur spekulieren.

Mancher Streit elektrisiert die ganze Stadt, ein anderer gerät schlicht in Vergessenheit. Eine routinemäßige Anfrage beim Oberverwaltungsgericht Münster hat eine interessante Information ans Licht gebracht: Das Gerichtsverfahren zur Überprüfung der baurechtlichen Zulässigkeit des LVM-Neubaus am Koldering wurde bereits vor Monaten eingestellt.

Das bedeutet konkret: Der Neubau wird nicht länger beklagt, das Damoklesschwert eines negativen Richterspruches schwebt damit nicht länger über dem Baukran. Eigentlich eine gute Nachricht für den LVM. Und doch waren sich alle am Verfahren Beteiligten offenbar einig, dies für sich zu behalten.

Die Vorgeschichte

Rückblende Januar 2012: Das Verwaltungsgericht Münster verhandelte die Klage eines Nachbarn, der sich in seinen Rechten durch das riesige Bauwerk beinträchtig fühlte. Die Klage wurde abgelehnt, doch der Nachbar legte Berufung beim Oberverwaltungsgericht ein. Das Oberverwaltungsgericht ließ die Berufung zu, dann aber verlor sich die Spur. Oder wie es Gerichtssprecher Dr. Ulrich Lau ausdrückt: „Der Antrag wurde zurückgezogen.“

Keine Auskunft von den Beteiligten

Auf Nachfrage lehnen das klagende Ehepaar und sein Rechtsbeistand jede Stellungnahme ab. Vielmehr heißt es: „Rufen Sie doch beim LVM an!“

Dort gibt es zumindest eine Bestätigung durch die Pressesprecherin Nicola Flügemann, verbunden mit dem Hinweis: „Für weitere Auskünfte ist die Stadt Münster zuständig, sie war die Beklagte.“

In der Tat: Die Stadt hat die strittige Baugenehmigung ausgesprochen, deshalb richtete sich die Klage auch gegen sie. Die Anfrage beim Bauordnungsamt führt zum gleichen Ergebnis: Ja, das Verfahren sei eingestellt worden, so die stellvertretende Leiterin des Bauordnungsamtes, Stefanie Willmann. Die Beweggründe indes kenne sie nicht. Auf dem Wege einer außergerichtlichen Einigung sei der Streit beigelegt worden.

Parallelen zu früheren Verfahren

An dieser Stelle lohnt sich ein neuerlicher Rückblick. Im Jahr 1992 gab es schon einmal einen Konflikt zwischen dem LVM und unzufriedenen Anwohnern wegen eines Bauvorhabens. Seinerzeit wurde ein nachbarschaftlicher Vertrag geschlossen, der dem LVM Planungssicherheit und den Nachbarn jeweils 10.000 DM bescherte. Ausgerechnet der Nachbar, der später gegen den LVM klagte, hatte sich seinerzeit sogar 70.000 Mark gesichert.

All dies wurde bei dem Gerichtsverfahren im Januar 2012 ausgebreitet. Eine Neuauflage bleibt jetzt aus ...

(Klaus Baumeister)


 


 

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