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  • 08.10.2013, 08:58 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Neuer Ofen-Typ

Neuartiger Holzpellet-Backofen für industrielles Backen

Die Krustenbildung ist anders. „Sie ist kross, aber nicht hart, und das Brot bleibt saftig.“ Uwe Pritzel ist kein Bäcker, aber er weiß, was die Meister der Zunft wollen: „Traditionelles Holzfeuer in Kombination mit industriellem Backen.“ Die Erfüllung dieses Wunsches hat er am Montag auf den Weg zum Kunden gebracht: der Prototyp eines mit Holzpellets befeuerten Backofens.

Am Montag haben sie „ihr Kind“ auf den Weg gebracht. Florian Lehra und Alexey Erokhin haben den ersten mit Holzpellets befeuerten Großbackofen entwickelt. In einer Bäckerei in Garching erlebt das elf Tonnen schwere Gerät seine Feuertaufe.

Das steht er nun: Elf Tonnen schwer, 80 Brote passen in ihn hinein, um gleichzeitig gebacken zu werden. Ein ganz normaler Ofen für eine Bäckerei? Weit gefehlt. „Es ist der erste Holzpellet-Backofen“, sagt Uwe Pritzel. Eineinhalb Jahre intensive Arbeit haben Florian Lehra und Alexey Erokhin in diesen Prototypen investiert. Jetzt muss sich zeigen, ob er so funktioniert, wie es sich der Kunde vorstellt.

Vor der Tür der propellet GmbH im Lohesch steht ein mächtiger Autokran. Der Ofen steht noch in der Halle. Neben den „Vätern“ des Ofens brüten ein Staplerfahrer und der Kranführer, wie der Brocken an den Haken genommen und auf dem bereitstehenden Tieflader-Sattelzug abgesetzt werden kann.

„Der erste Ofen seiner Art“

„Wir haben keine Erfahrung, schließlich ist es ja der erste Ofen seiner Art“, merkt Uwe Pritzel entschuldigend an. Das soll sich aber ändern, geht es nach dem propellet-Geschäftsführer und seinen beiden Mitgesellschaftern. Wenn der Pellet-Ofen funktioniert, hofft Uwe Pritzel auf Folgeaufträge. Sein Traum: „Im nächsten Jahr jeden Monat einen Ofen ausliefern.“

Der Gabelstapler hat den Ofen inzwischen aus der Ecke gezogen. Jetzt schiebt er ihn vorsichtig nach draußen. Florian Lehra signalisiert mit den Händen: Alles klar, der Ofen kann so stehen bleiben und vom Autokran an den Haken genommen werden.

Am nächsten Montag sollen die ersten Brote aus dem Ofen kommen. Dann wollen ihn Lehra und Alexey Erokhin in der Bäckerei in Garching (bei München) in Betrieb nehmen. Sollte dann alles so klappen wie geplant, wüsste Florian Lehra, wofür er sich so manche Nacht in Backstuben um die Ohren geschlagen hat.

 „Wir haben einige Patente angemeldet“

Es sind einige technische Neuerungen umgesetzt worden. „Wir haben einige Patente angemeldet“, hält sich Uwe Pritzel bedeckt. Immerhin verrät der Kaufmann so viel, dass jede der drei Backkammern eine eigene Flamme hat, die nicht bis in die Kammer reiche. Aufgeheizt werden damit Schamott-Steine, die beim Backvorgang die Hitze ans Brot abgeben. „Bäcker wollen das traditionelle Holzfeuer“, berichtet er von vielen Gesprächen.

Das propellet-Team hofft, den Durchbruch bei der Erfüllung dieses Wunsches erzielt zu haben und sich in einer Marktlücke zu positionieren. Immerhin seien drei große Ofenhersteller in den vergangenen Jahren daran gescheitert, industrielle Backöfen mit Holzpellets zu befeuern.

(Michael Baar)


 


 

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