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  • 16.12.2013, 14:30 Uhr
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  • Münsterland
Neuer Regionalplan Münsterland

Wirtschaftsstandort stärken - Natur und Umwelt schützen - Kulturlandschaft erhalten

Der neue Regionalplan für das Münsterland ist aufgestellt und setzt den Rahmen für die räumliche Entwicklung der Region für die kommenden 15 Jahre. Ziel ist, die Attraktivität der Region weiter zu erhöhen und ihre Standortvorteile im globalen Wettbewerb zu sichern.

Der Regionalrat Münster hat heute (16.12.2013) in seiner letzten Sitzung dieses Jahres den neuen Regionalplan für das Münsterland aufgestellt. Er regelt, wo und in welchem Umfang in Zukunft Flächen für Wohnbebauung, Wirtschaftsbetriebe, Landwirtschaft, Natur- und Klimaschutz oder für die Gewinnung von Bodenschätzen zur Verfügung stehen können. "Damit bekommt das Münsterland für die nächsten Jahre wieder eine sichere und moderne Planungsgrundlage, mit der wegweisende Zukunftschancen eröffnet werden und ein fairer Ausgleich von Interessen vorgenommen wird", erklärte Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke.

Erstmals überhaupt ist ein Regionalplan unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit aufgestellt worden. Über 5.500 Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen sowie rund 160 Verfahrensbeteiligte, darunter Gemeinden, Kreise, Kammern und Verbände, haben sich während der vergangenen drei Jahre mit ihren Anregungen und Bedenken in das Verfahren eingebracht. „Das große gesellschaftliche Interesse an der Erarbeitung des Regionalplans und die zahlreichen Stellungnahmen haben dazu beigetragen, dass der Regionalrat nun eine abgewogene und damit tragfähige Entscheidung für die zukünftige Entwicklung der Region treffen konnte“, sagte Klenke.

"Mit dem Regionalplan verfolgen wir das Ziel, ganz unterschiedliche Nutzungsansprüche an den Raum unter einen Hut zu bringen. In 18 Erörterungsterminen mit Fachbehörden, Kommunen und Interessenvertretern aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Natur- und Umweltschutz haben wir die Fragen der Flächenvorsorge intensiv diskutiert. In den meisten Fällen konnte ein Konsens hergestellt werden", erläutert Regionalplaner Gregor Lange. "Über einige Bereiche hat der Regionalrat nun abschließend entschieden, zum Beispiel über den Interessenkonflikt zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.“

Warum ein neuer Regionalplan?

Bevölkerungsentwicklung, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie rechtliche Grundlagen haben sich in den vergangenen 15 Jahren stark verändert. Vielerorts stagnieren die Bevölkerungszahlen oder sind sogar rückläufig, zudem werden die Menschen älter. Die von Schrumpfung betroffenen Gemeinden müssen sich mittel- bis langfristig mit Wohnungsleerständen auseinandersetzen. Gleichzeitig führt der Bevölkerungsrückgang zu einer geringeren Nutzung von Infrastrukturen und damit zu einer höheren finanziellen Pro-Kopf-Belastung. Die Region muss sich auch der Globalisierung stellen und auf die Herausforderungen des Klimawandels mit verantwortungsvoller Planung reagieren. Der neue Regionalplan greift die Entwicklungstrends mit dem Ziel einer nachhaltigen Raum- und Siedlungsentwicklung auf.

Zukunftschancen der Wirtschaft sichern

Das Münsterland verfügt über eine leistungsstarke Wirtschaft, getragen von einem breit aufgestellten Mittelstand. Um im globalen Wettbewerb dauerhaft mithalten und zukunftssichere Arbeitsplätze anbieten zu können, muss die münsterländische Wirtschaft ihre Innovationskraft ständig verbessern und benötigt günstig gelegene Gewerbe- und Industriestandorte. Der Regionalplan unterstützt die positive Wirtschaftsentwicklung der Region, indem ausreichend Flächen für die Betriebe und für die Siedlungsentwicklung der Kommunen ausgewiesen, wichtige Verkehrsstraßen und Infrastrukturausstattungen gesichert und die Rohstoffversorgung für die nächsten Jahrzehnte gewährleistet werden.

Auf Basis des neuen Regionalplans werden die Kommunen nun in die Lage versetzt, ihre Bauleitplanung neu auszurichten und sich hierbei vom Bedarf und der Bevölkerungsentwicklung vor Ort leiten zu lassen. Ziel ist, die Attraktivität der Siedlungszentren und der Innenstädte als Wohn- und Wirtschaftsstandorte zu stärken und eine Zersiedelung der Landschaft und das Entstehen von Splittersiedlungen zu vermeiden.

Gleichzeitig wird ein Siedlungsflächen-Monitoring aufgebaut, um die verfügbaren kommunalen Flächenreserven nach einheitlichen Vorgaben zu erfassen und zukünftigen Flächenbedarf rechtzeitig zu erkennen. "Auf diese Weise wird der Spagat gelingen, zugleich auf eine bedarfsgerechte und flächensparende Siedlungsentwicklung hinzuwirken", betont Regionalplaner Gregor Lange und unterstreicht das Ziel der ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit des Planwerks.


 


 

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