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  • 16.12.2013, 14:30 Uhr
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  • Münsterland
Neuer Regionalplan Münsterland

Wirtschaftsstandort stärken - Natur und Umwelt schützen - Kulturlandschaft erhalten

Natur und Umwelt schützen, auf Klimawandel einstellen

Der Regionalplan macht deutlich, dass wirtschaftliche Dynamik und Umweltschutz miteinander vereinbar sind. Rund 83.000 Hektar Fläche sind im Regionalplan als Bereiche zum Schutz der Natur (BSN) dargestellt, zusätzlich 260.000 Hektar als Bereiche zum Schutz der Landschaft und landschaftsorientierten Erholung (BSLE). Der Regionalplan setzt in seiner Funktion als Landschaftsrahmenplan einen besonderen Schwerpunkt auf die Entwicklung eines regionalen Biotopverbundsystems. Die zugrundeliegenden Kriterien zur Abgrenzung der BSN-Flächen haben bei den Verfahrensbeteiligten große Akzeptanz und Zustimmung gefunden.

Der Interessenkonflikt zwischen Landwirtschaft und Naturschutz konnte während des Verfahrens trotzdem nicht ausgeräumt werden. "Die Vertreter der Landwirtschaft empfanden die ausgewiesenen Schutzbereiche als zu großzügig, die Vertreter der Naturschutzverbände bemängelten dagegen, dass zu wenig BSN-Flächen dargestellt seien. Der Regionalplan stellt hier aber einen vertretbaren Kompromiss her", kommentiert Klenke den schwierigen Weg der Entscheidungsfindung.

Erstmals macht der Regionalplan auch deutlich, dass raumordnerische sowie bauleitplanerische Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel notwendig sind. Dabei geht es zum Beispiel um die Darstellung von Überschwemmungsbereichen, die Erhaltung von Frisch- und Kaltluftentstehungsgebieten sowie die Sicherung unzerschnittener Freiräume.

Kulturlandschaft erhalten und weiterentwickeln

Neu aufgenommen in den Regionalplan wurde der Punkt "Kulturlandschaft". Wie kann die Kulturlandschaft erhalten werden, ohne die weitere Entwicklung auszuschließen? Zu dieser Frage sind im Regionalplan kulturlandschaftliche Leitbilder erarbeitet worden, die im Rahmen der nachfolgenden Planungsebenen berücksichtigt und umgesetzt werden müssen.

Das weitere Verfahren

Nach der Aufstellung durch den Regionalrat Münster wird der Regionalplan nun der Landesplanungsbehörde angezeigt. Wenn die Landesplanungsbehörde innerhalb von drei Monaten keine rechtlichen Bedenken äußert, kann der Plan voraussichtlich im Frühjahr 2014 in Kraft treten.

Im jetzt aufgestellten Regionalplan fehlen noch die Themen "Energie" und "Abgrabungsbereiche für den Rohstoff Kalkstein". Da sich neue landesplanerische Vorgaben und rechtliche Rahmenbedingungen abzeichneten, hat der Regionalrat beschlossen, diese Themen jeweils in einem eigenständigen sachlichen Teilplan zu erarbeiten. Die dazu erforderlichen Erarbeitungsbeschlüsse sollen voraussichtlich im nächsten Jahr gefasst werden.

Wozu dient der Regionalplan?

An den begrenzten Raum des Münsterlandes und seine Ressourcen werden vielfältige Nutzungsansprüche gestellt: Es geht um Flächen für Wohnsiedlungs- und Freizeitnutzungen, für Gewerbe, Industrie und Handel, für land- und forstwirtschaftliche Nutzungen, Natur- und Wasserschutz sowie Schutz vor Hochwasser, um Straßen- und Schienenwege, Energie- und Wasserversorgung samt Entsorgung, sowie um die Versorgung mit Rohstoffen. Alle diese Nutzungsanforderungen an den Raum stehen zueinander im Wettbewerb und mussten bestmöglich aufeinander abstimmt werden. Der Regionalplan stellt das raumplanerische Gesamtkonzept dar, und er versucht die verschiedenen Nutzungswünsche an den Raum unter einen Hut zu bekommen. Zugleich muss er auch die Ziele des Landesentwicklungsplans NRW (LEP) im Auge haben.

Der Regionalplan Münsterland ist die räumliche Gesamtplanung für das Gebiet der Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf und der kreisfreien Stadt Münster. Er enthält Vorgaben der Raumordnung für alle (raumbedeutsamen) Planungen und Maßnahmen des Bundes, des Landes, der Städte und Gemeinden und anderer Körperschaften des öffentlichen Rechts in Form verbindlicher „Ziele“ oder abwägbarer „Grundsätze“. Der Regionalplan ist damit zum Beispiel die zentrale Prüfgrundlage für die Anpassung der kommunalen Bauleitpläne an die „Ziele der Raumordnung“. Er hat aber auch für viele Fachplanungen Vorgabecharakter; so wirkt er zugleich als Landschaftsrahmenplan und forstlicher Rahmenplan.

(Bezirksregierung Münster)


 


 

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