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  • 12.06.2015, 09:43 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Neues Kraftwerk in Münster

Gase aus Mülldeponie und Kläranlage werden in Coerde zur Stromerzeugung genutzt

„Abfall trägt immer mehr zur Energieversorgung bei.“ Mit diesem Satz traf Bürgermeister Gerhard Joksch (Grüne) den Nagel auf den Kopf. Unmittelbar neben der Mülldeponie in Coerde wurde am Donnerstag eine Anlage in Betrieb genommen, die aus Müll Geld machen soll. Genauer gefragt: Wie kann man aus den Gasen, die bei der Behandlung von Abwässern und Abfällen entstehen, Strom und Wärme gewinnen?

Genau das kann das zehn Millionen Euro teure Blockheizkraftwerk am Entsorgungszentrum Coerde, das Joksch mit Patrick Hasenkamp, Chef der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM), und Markus Bieder von den Stadtwerken jetzt vorstellte. Die Stadtwerke werden das Kraftwerk im Auftrag der AWM betreiben.

Bieder erinnerte in seinem Grußwort daran, dass die Stadtwerke neben dem Neubau bereits 20 Jahre lang ein Kraftwerk betrieben haben. Der Unterschied zwischen Alt und Neu besteht zum einen in der wesentlich größeren Leistungsfähigkeit, ferner darin, dass der neuen Anlage ein 3.000 Kubikmeter großer Gasbehälter angeschlossen ist. Den Stromgeneratoren geht damit nie die Energie aus.

Zum Hintergrund: Im Norden Coerdes liegen die Hauptkläranlage, die Deponie und die Vergärungsanlage zur Aufbereitung der münsterischen Bioabfälle direkt nebeneinander. In allen drei Anlagen fallen gewaltige Mengen an Methangas an, bekannt als Klimakiller.

Wenn man dieses Gas verbrennt, kann man damit Strom produzieren. In der neuen Anlage wäre dies – rein rechnerisch – der Strom für rund 6.000 Haushalte. Faktisch ist es aber knapp die Hälfte, da auch der Entsorgungspark selbst über die Anlage bedient wird. Auch die Wärme, die in dem Heizkraftwerk anfällt, wird von der Vergärungsanlage und der Kläranlage verbraucht.

Ausgelegt auf eine Lebensdauer von rund 20 Jahren, soll die Anlage einen finanziellen Überschuss „im siebenstelligen Bereich“ erwirtschaften, so SPD-Ratsherr Ludger Steinmann, Vorsitzender des AWM-Betriebsausschusses.

(Klaus Baumeister, WN)


 


 

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