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  • 03.06.2013, 09:37 Uhr
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  • Münster & Münsterland
NRW-Nichtrauchergesetz

Volksbegehren der Raucherkneipen bekommt kein Geld vom Dehoga

Gastwirte, die das Anfang Mai in Kraft getretene Rauchverbot mit Hilfe eines Volksbegehrens kippen wollen, wird der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) nicht finanziell unterstützen. An der Initiative gegen das Nichtrauchergesetz beteiligen sich auch Gastronomie-Betreiber aus Münster.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) wird Gastwirte, die das Anfang Mai in Kraft getretene Rauchverbot mit Hilfe eines Volksbegehrens kippen wollen, nicht finanziell unterstützen. „Wir werden kein Geld investieren“, stellte Renate Dölling, Geschäftsführerin des Dehoga Westfalen, am Freitag fest. Wohl aber werde es, falls gewünscht, organisatorische Unterstützung geben. Dölling hält ein Volksbegehren gegen das Rauchverbot für praktisch aussichtslos.

Dabei seien die Auswirkungen der neuen gesetzlichen Regelung bereits zu spüren, so Dölling. In dieser Woche hat sich der Gaststättenverband bei rund 10.000 nordrhein-westfälischen Mitgliedsbetrieben danach erkundigt, ob die Umsätze nach Inkrafttreten des Rauchverbots zurückgegangen sind. Ja, das sind sie, fasst die Geschäftsführerin das Ergebnis zusammen – „und zwar um mindestens zehn Prozent, oft sogar noch stärker“.

Was für ganz NRW gilt, gilt nach ihrer Einschätzung auch für die Umsatzeinbußen der münsterischen Gastronomen, in deren Kneipen noch bis Ende April gequalmt werden durfte. Betroffen seien gleichermaßen Schankwirtschaften, klassische Kneipen und Diskotheken. „Im Ruhrgebiet gibt es bereits Gastronomen, die ihre Pachtverträge nicht verlängert haben“, berichtet Dölling. In Münster sei ihr von solchen Fällen oder womöglich von Betriebsaufgaben bislang jedoch nichts bekannt.

Über 1 Million Unterschriften erforderlich

Zurück zum Volksbegehren, für das sich auch Gastronomen aus Münster engagieren. 1,05 Millionen Unterschriften werden NRW-weit benötigt, damit ein solches Begehren überhaupt zustande kommen kann. Die Dehoga hält das Erreichen dieses Ziels für praktisch „aussichtslos“. „Bei vorherigen Unterschriftensammlungen gegen das Rauchverbot sind nur ein paar Tausend Unterschriften zusammen gekommen“, berichtet Dölling. Die aktuelle Initiative werde „höchstens“ 100.000 Unterschriften sammeln, glaubt sie. Beim Gaststättenverband setzt man stattdessen darauf, dass eine andere Landesregierung nach der nächsten Wahl das aktuelle Gesetzt wieder kassieren könnte.

(Martin Kalitschke)


 


 

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