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  • 19.05.2015, 09:10 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Nutzungskonflikt am Stadthafen Münster

Osmos Explosivstoffe und die Wohnbebauung

Für die geplante Bebauung am Hafenbecken zeichnet sich ein neuer Konflikt ab. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte der Rechtsanwalt Dr. Paul Lodde, dass die Firma Osmo Holz und Color massive Bedenken gegenüber der geplanten Ausweisung von Wohnflächen am Hafen geäußert habe.

Der Grund: Osmo Holz und Color arbeite – „entsprechend der Baugenehmigung“ – auf dem Firmengelände an der Theodor-Scheiwe-Straße mit „hochexplosiven Stoffen“. Von dem Firmengelände sei zwecks Gefahrenabwehr „ein Abstand von 300 Metern zur nächsten Wohnbebauung zwingend einzuhalten“. Dieser Mindestabstand sei bei einer Wohnbebauung auf der Nordseite des Hafenbeckens nicht mehr gegeben, so Dr. Lodde.

Zum Hintergrund: In den vergangenen Wochen wurden Pläne der Firma Josef Kuhr („Neuhafen“) sowie der LVM-Versicherung bekannt, die an der Wasserkante Neubauten mit Büros und Wohnungen vorsehen. Darüber hinaus liegen die „Neuhafen“-Pläne des Investoren-Duos Deilmann / Kresing auf dem Tisch. Sie sehen ein reines Wohngebiet auf dem alten Osmo-Gelände vor.

Die Firma Osmo Holz und Color gehört zur Unternehmensgruppe Cordes. Bernhard Cordes erwarb die östlich des Dortmund-Emskanals gelegene Produktionsstätte aus der Insolvenzmasse des Traditionsunternehmens Ostermann & Scheiwe. Vor einigen Jahren wurde am Standort ein Neubau mit einem Farblager und einer Abfüllhalle errichtet.

Planungsausschuss tagt

Am Dienstag will sich der Planungsausschuss (17 Uhr, Stadtweinhaus am Prinzipalmarkt, Hauptausschusszimmer) der Stadt Münster mit dem Vorgang beschäftigen. Die Ausschussvorsitzende Helga Bennink erklärte, dass sie Aufklärung von der Stadtverwaltung erwarte. Bei allem Verständnis für die geplanten Wohnungen seien die Interessen des bestehenden Industriebetriebes zu berücksichtigen.

Die Diskussion über absehbare Nutzungskonflikte am Stadthafen drehten sich bislang „nur“ um das Gaskraftwerk der Stadtwerke am Hafen. Die Stadtwerke befürchten aus Lärmschutzgründen künftig Restriktionen für das Gaskraftwerk, sollte in der Nähe ein reines Wohngebiet entstehen.

Pikanterie am Rande: Eine wichtige Stütze für das Verkehrskonzept am Hafen ist der Neu- beziehungsweise Ausbau der Theodor-Scheiwe-Straße. Derzeit ist die Straße „nur“ ein über eine Privatfläche führendes Provisorium. Beim Flächenerwerb muss sich die Stadt mit Cordes einigen.

(Klaus Baumeister, WN)


 


 

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