Weitere Artikel
  • 28.04.2014, 08:56 Uhr
  • |
  • Münsterland / Gronau
Öl-Leck in Gronau

Ursachen-Suche in 200 Metern Tiefe

Knapp zwei Wochen nach dem ersten Öl-Fund im Amtsvenn in Gronau sollen Spezialbohrer am heutigen Montag über 200 Meter in die Tiefe vorstoßen, um endgültig die Ursache für das Austreten des Öls an einem Kavernenspeicher zu ermitteln. Wenn die Experten dort weitere Ölspuren finden, „wäre das fatal“, sagt Ortslandwirt Tillmann.

Werner Tillmann ist gespannt: „Heute zählt es, heute geht es richtig tief ins Erdreich.“ Knapp zwei Wochen nach dem ersten Öl-Fund im Amtsvenn in Gronau sollen Spezialbohrer über 200 Meter in die Tiefe vorstoßen, um endgültig die Ursache für das Austreten des Öls an einem Kavernenspeicher zu ermitteln. „Wenn die Bohrer durch die Tonschicht stoßen und in über 200 Meter Tiefe weitere Ölspuren finden, wäre das fatal“, sagt Ortslandwirt Tillmann weiter.

Schon heute sei die Sorge vorhanden, dass Rohre und Gestänge in dem seit 1974 betriebenen unterirdischen Lager schadhaft sein könnten. Gerade in den vergangenen zehn Jahre habe die Betriebsamkeit von Firmen an den Speichern zugenommen. „Die kommen und gehen hier“, so Tillmann.

Die Arbeiten an den Ölfundstellen in Gronau laufen derweil planmäßig weiter. „Vom Regen haben wir uns nicht abhalten lassen“, sagte ein Sprecher der Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen gestern. Konkret wurde mittels weiterer Bohrungen berechnet, wo die geplante Schlitzwand installiert werden soll. Sie soll das verschmutzte Oberflächenwasser daran hindern, aus dem kontaminierten Gebiet abzufließen.

Schutzwand als „Sofortmaßnahme“

Bei der Herstellung der Schutzwand, die bis in die geologisch abdichtende Tonschicht reichen soll, handelt es sich ausdrücklich um eine „Sofortmaßnahme“. Ob sie auf Dauer ausreicht, die immer noch nachsickernden Ölmengen an der Ausbreitung zu hindern, muss sich erweisen.

Der Ölaustritt in Gronau beschäftigt jetzt auch die Landespolitik. Der CDU-Landtagsabgeordnete Josef Hovenjürgen forderte NRW-Umweltminister Remmel auf, Widersprüche in der Informationspolitik aufzuklären. „Die Landesregierung hat gegenüber dem Landtag ursprünglich erklärt, dass eine Leckage und ein Austreten von Öl ausgeschlossen werden kann“, so Hovenjürgen. Der weitere Fortgang in Gronau entspreche aber leider eine andere Sprache. Am 7. Mai erwarte man im Umweltausschuss weitere Informationen.

(Frank Polke, Martin Borck, WN)


 


 

Leck
Spezialbohrer
Kavernenspeicher
Tonschicht
Amtsvenn

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Öl" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: