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  • 03.09.2015, 12:21 Uhr
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  • Gronau-Epe / Münsterland
Ölaustritt

Forst- und naturschutzrechtlicher Ausgleich der Schäden

Der Katalog der Maßnahmen, die nach dem Ölaustritt im Eper Amtsvenn zur Gefahrenabwehr in Angriff genommen wurden, liest sich gewaltig.

35.000 Tonnen Erdreich und andere Feststoffe wurden entsorgt, 23.000 Kubikmeter Öl-Wasser-Gemisch abgepumpt, mehr als 5.000 Monitorings von Grund- und Oberflächenwasser durchgeführt. Dazu wurden vier Tiefenbohrungen in die Erde gebracht und Hunderte von Sondierungen des Erdreiches im Schadensbereich vorgenommen, dem man all diese Eingriffe an verschiedenen Stellen immer noch deutlich ansieht. Ein kleiner Wald (Fundstelle zwei) ist inzwischen in weiten Teilen gerodet, Fische aus dem darin befindlichen Teich wurden umgesiedelt und rund 400 Lurche (darunter 80 seltene Kammmolche) aus einem anderen nahen Gewässer evakuiert. Der forst- und naturschutzrechtliche Ausgleich dieser Schäden war am Dienstagabend (wie kurz berichtet) Thema im Ausschuss für Verkehr, Umwelt, Energie und Tierschutz.

Dieter Textoris (Diplom-Ingenieur und Landschaftsarchitekt vom Büro Kügler und Textoris, Pulheim) informierte zunächst über die gesetzlichen Grundlagen für die Kompensation, die im Rahmen eines eigenständigen Verfahrens von der Bezirksregierung Arnsberg und anderen Behörden vor der Durchführung genehmigt werden müssen. Zur Berechnung der Ausgleichsmaßnahmen dient ein komplexes Punktesystem, das den ökologischen Stellenwert eines bestimmten Biotop-Typs entsprechend seiner Größe und Wirtschaftlichkeit bewertet. Verglichen mit dem Schadensgebiet ergibt sich daraus eine Bewertungsmatrix, die Art und Umfang der Kompensation vorgibt.

Nach wie vor tritt Öl aus dem Boden aus

So sei für das fragliche Amtsvenn-Gebiet etwa zur Kompensation der Schäden in dem gerodeten Wald unter anderem mit dem Landesbetrieb Wald und Forst NRW vereinbart worden, die betroffenen Waldflächen mit dem Faktor 1,5 zu ersetzen. An anderer Stelle sei es – im Rahmen eines eigenständigen Sonderbetriebsplanes – gelungen, einvernehmliche Lösungen für die künftige Umgestaltung eines nahen Vogelschutzgebietes zu erarbeiten. Außerdem werde in Standortnähe eine rund 27 000 Quadratmeter große Ausgleichsfläche entstehen. An den eigentlichen Schadensbereichen, an denen beispielsweise nicht die originalen Bodenverhältnisse wiederhergestellt werden können, soll, so Textoris, im Rahmen eines langfristigen Prozesses an der Rekonstruktion des Ursprungs-Zustands gearbeitet werden, wie der Experte deutlich machte. Eine Schadenssanierung bis in 217 Meter Tiefe (Leckstelle an der Kavernen-Verrohrung) bezeichnete Peter Dörne (Dezernent der Arnsberger Bergbehörde) als „unmöglich“, weil das einen Tagebau bis in diese Tiefe voraussetze. Dass die Oberfläche saniert werden soll, obwohl noch Öl (wenn auch in abnehmender Menge) aus dem Boden austrete, ist für Gutachter Dr. Heinrich Wächter (Altenberge) durchaus sinnvoll und machbar: Das noch austretende Öl werde unterirdisch in sogenannten Drainboxen gesammelt und dann abgepumpt, erklärte er. Wächter geht davon aus, dass die austretende Ölmenge 2016 bei Null liegen wird. Das restliche Öl werde im Boden bleiben. 50 Kubikmeter seien bisher ausgetreten. Wächter: „Mag sein, dass in der gleichen Größenordnung noch Öl im Boden sitzt.“

Angesprochen auf die Vorgänge in Staßfurt (Sachsen-Anhalt), wo Salzkavernen mit giftigen Rückständen aus Müllverbrennungsanlagen dauerhaft verfüllt werden sollen, machte Dörne deutlich, dass im Amtsvenn für den Fall einer (nicht geplanten) Endverwahrung einer Kaverne ein anderes Verfahren angewendet werde: Die Kaverne wird dann mit Sole gefüllt und mit einem Betonstopfer verschlossen.

„Das ist Stand der Technik heute“, so der Dezernent der Bergbehörde vor dem Ausschuss.

(Klaus Wiedau, WN)


 


 

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