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  • 04.06.2014, 10:03 Uhr
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  • Münsterland / Gronau
Ölaustritt in Gronau

Weitere Drucktests an Kaverne S 5 starten erst heute

Mit weiteren Drucktests soll ab heute der Rohrstrang der Kaverne S5 im Eper Amtsvenn auf mögliche weitere Schäden im Bereich zwischen 200 und 311 Metern Tiefe untersucht werden.

Mit weiteren Drucktests soll ab heute der Rohrstrang der Kaverne S5 im Eper Amtsvenn auf mögliche weitere Schäden im Bereich zwischen 200 und 311 Metern Tiefe untersucht werden. Dass es dort mindestens einen Schaden – und zwar in 217 Metern Tiefe – gibt, den Experten für die Ursache des Ölaustritts seit Mitte April halten, wurde Anfang letzter Woche bekanntgegeben.

„Die Arbeiten für die weiteren Drucktests in diesem Bereich haben sich verzögert“, so Werner Isermann, stellvertretender Pressesprecher der Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg, am Dienstagnachmittag. Nach seinen Worten ist es nicht „ganz einfach“, den sogenannten Packer (der das Rohr abschnittweise für den Drucktest abdichtet) in der Rohrtour zu positionieren. Das weitere Vorgehen – möglicherweise müsse auch die Verwendung eines anderen Packers in Erwägung gezogen werden – sei deshalb am Dienstag Thema einer Technikbesprechung gewesen.

Neue Kernbohrung im Bereich der Ölfundstelle 2

Isermann bestätigte, dass aktuell auch mit einer neuen Kernbohrung im Bereich der Ölfundstelle 2 (Wald) begonnen worden sei. Dies hänge mit den inzwischen auch begonnenen Arbeiten an einem generellen Sanierungskonzept für den gesamten Schadensbereich zusammen. „Die neue Kernbohrung dient zur Aufklärung für diese Sanierungspläne. In denen ist festzulegen, in welchen Bereichen und in welchem Ausmaß ein Bodenaustausch, eine Abdichtung des Untergrundes mit Ton oder anderem Material sowie ein Grundwasser-Monitoring zu erfolgen hat.“

Dazu sei es natürlich wichtig, den „Pfad“ zu kennen, den das Öl unterirdisch von der Kaverne zu den Austrittsstellen an der Erdoberfläche genommen habe. Um das zu ergründen, werde es auch im Waldbereich „möglichst tiefe Bohrungen“ geben, so Isermann.

Überlegungen zur Zukunft der Kaverne

Parallel zur weiteren Lecksuche und den dafür erforderlichen Drucktests seien auch die Überlegungen angelaufen, wie „man weiter mit der Kaverne umgehen kann“, so Isermann. Dabei sei eine „übergangsweise Reparatur“ der Rohrtour für ein Abpumpen des Öls und die Befüllung mit Sole ebenso Thema wie die Komplettsanierung und eine Komplettierung des Bohrlochs.

Die Schlitzwand, die die Ausbreitung von Öl über das Grundwasser verhindern soll, ist, wie Isermann zudem bestätigte, „bis auf Restarbeiten“ fast fertig: Weit mehr als 1400 der insgesamt geplanten 1570 Meter wurden bisher gebaut.

Dagegen formiert sich bei den Anliegern des Amtsvenns innerhalb der Interessengemeinschaft „Kavernenfeld“ Widerstand: Bei einem ersten Treffen wurde Kritik an Sicherheit der Kavernen und Informationspolitik laut.

(Klaus Wiedau, WN)


 


 

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