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  • 08.07.2014, 10:40 Uhr
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  • Gronau-Epe / Münsterland
Ölaustritt

Kosten „weit im zweistelligen Millionenbereich“

Als „vernünftig und recht konstruktiv“ umschreibt Ralf Elbers, Sprecher der Interessengemeinschaft Kavernenfeld, das Gespräch mit Vertretern der Bezirksregierung Arnsberg, das nach dem Ortstermin im Eper Amtsvenn am vergangenen Donnerstag im Rathaus stattfand.

Rund zweieinhalb Stunden stellten sich dabei Regierungsvizepräsident Volker Milk und Friedrich Wilhelm Wagner, Leiter der Abteilung Bergbau und Energie, den Fragen von Elbers und seiner Mitstreiter Hermann Niehoff und Helmut Wüpping. Im Mittepunkt standen dabei Fragen der Beweissicherung, der Schäden an Immobilien und Erdsenkungen. „Mit Blick auf die Gesetzeslage hat man uns zwar wenig Mut gemacht in diesen Fragen, das wird uns aber nicht davon abhalten, weiter dran zu bleiben“, so Elbers gegenüber den Westfälischen Nachrichten.

Diskutiert wurden auch Brummgeräusche, die nach Auffassung der IG Kavernenfeld von den Verdichterstationen ausgehen. „Diese Geräusche liegen im 16-Hertz-Bereich, werden von vielen Menschen nicht wahrgenommen, sind aber über längere Zeit für die Anlieger eine echte Folter, weil sie über die Erde in die Immobilien transportiert werden“, so Elbers. Lautstärken bis zu 37 Dezibel seien bei ihm im Haus von Fachleuten gemessen worden.

Thematisiert worden sei erneut auch der nächtliche Zwischenfall an der Kaverne S 78, bei dem im Zuge einer automatischen Sicherheitsabschaltung Druckluft schlagartig freigesetzt wurde. In der Nacht war – auch gegenüber dem Berichterstatter der Westfälischen Nachrichten vor Ort – von mindestens einer verletzten Security-Mitarbeiterin die Rede. Im Nachhinein hieß es jetzt vonseiten der Arnsberger Behörde, es habe keine Verletzten gegeben.

Die IG Kavernenfeld will sich weiter für die Belange der Anlieger im Amtvenn stark machen

Die Demonstration einer Kavernenabschaltung, die Ende vergangener Woche im Venn gezeigt wurde, hat die Anlieger nicht überzeugt: „Jeder Fahrradschlauch, der Luft verliert, ist lauter“, so Elbers. Kollegen hatten vor Ort berichtet, dass sie derartige Vorgänge in der Vergangenheit deutlich lauter wahrgenommen hätten.

Die IG Kavernenfeld will sich weiter für die Belange der Anlieger im Amtsvenn stark machen. Bereits gestern Abend fand ein weiteres Treffens statt. „Und in der kommenden Woche stehen Gespräche mit Landtagsabgeordneten an“, so Elbers. Denn: „Auch der Politik muss Druck gemacht werden.“ Schon seit 2010 liege ein Entwurfe zur Novellierung des mehr als 100 Jahre alten Bergrechts im Bundestag „auf Eis“, so Elbers.

Für Friedrich Wilhelm Wagner (Leiter der Abteilung Bergbau und Energie bei der Bezirksregierung Arnsberg) steht außerdem fest: „Das wird eine extrem teure Geschichte für die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen, die einen erheblichen Kostenaufwand bedeutet.“ Eine genau Zahl nannte Wagner nicht, aber: „Ich gehe davon aus, dass sie weit im zweistelligen Millionenbereich liegt.“

(Klaus Wiedau, WN)


 


 

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