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  • 09.02.2015, 11:07 Uhr
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  • Münster
Online-Banking

Geldhäuser wollen ihre Kunden von den Vorteilen überzeugen

Die Methode variiert, das Ziel ist immer das gleiche: Deutschlands Geldhäuser wollen ihre Kunden aus Kostengründen von den Vorteilen des Online-Bankings überzeugen. Das gilt auch im Münsterland. Während Sparkassen und Volksbanken meist für Verbraucher, die nur beleglos zahlen, geringere oder gar keine Monatsgebühren erheben, locken andere Geldhäuser – auch in der aktuellen Niedrigzinsphase – mit höheren Zinsen.

So etwa die Sparda-Bank Münster, die keinem Kunden Kontoführungsgebühren berechnet, sondern lediglich eine Bankkartengebühr, die noch im Laufe dieses Jahres von sieben auf zwölf erhöht wird. Online-Kunden bekommen dennoch ein Schmankerl: Sie erhalten auf ihrem Tagesgeldkonto einen höheren Guthabenzins. Derzeit – im Zinstief – sind das zwar nur 0,25 Prozent. Anderen Kunden wird diese Kontoform zurzeit allerdings gar nicht angeboten.

Kosten für Papier-Überweisungen in Rechnung zu stellen, wie es die Postbank ankündigte, beabsichtigt die Sparda-Bank aber nicht. „Höhere Gebühren für Kunden mit klassischen Girokonten sind derzeit nicht geplant“, betonte Martin Dietz, Bereichsleiter Produktion bei der Sparda-Bank Münster, gegenüber den WN.

Online-Banking kommt bei den deutschen Verbrauchern immer mehr in Mode: Nach jüngsten Zahlen der Bundesbank in Frankfurt wurden 2013 von 6,3 Milliarden Überweisungen nur noch 816 Millionen schriftlich eingereicht. Etwa 5,5 Milliarden Transaktionen waren beleglos, darunter 2,7 Milliarden online.

Sind Gebühren für Papier-Überweisungen rechtmäßig?

Vor allem junge Menschen nutzen das Internet für ihre Geldgeschäfte. Mit höherem Alter sinkt der Anteil der Verbraucher, die Online-Banking nutzen. Nach einer vom Bankenverbande BdB in Auftrag gegebenen Untersuchung wickeln 78 Prozent der 30- bis 39-Jährigen ihre Bankgeschäfte über das Internet ab, bei den 70-Jährigen und Älteren sind es dagegen lediglich 22 Prozent.

Indes wachsen die Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Postbank-Pläne, ab April pro Papier-Überweisung 99 Cent zu berechnen. Rechtsexperten der Stiftung Warentest verweisen auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs, wonach „pro Buchung“ erhobene Gebühren rechtswidrig seien. Die Stiftung Warentest bietet im Internet einen Musterbrief zum Herunterladen an, mit dem Kunden der Gebührenerhöhung widersprechen können.

(Jürgen Stilling, WN)


 


 

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