Weitere Artikel
  • 05.03.2013, 08:41 Uhr
  • |
  • Münster & Münsterland
Online-Buchhandel

Buch.de und Thalia suchen Schulterschluss mit Weltbild, Hugendubel und Bertelsmann Club

Amazon dominiert unter anderem mit seinem Kindle E-Book-Reader den Online-Buchmarkt und macht den anderen Online-Händlern das Leben schwer. Jetzt soll eine Kooperation deutscher Buchhandelsfirmen mit einem systemoffenen Gerät auch für Buch.de neue Impulse im boomenden E-Book-Markt bringen.

Die Diagnose ist bekannt: „Buch.de“ krankt an Amazon. Kurz vor der Jahreshauptversammlung am morgigen Mittwoch setzt der münsterische Versandhändler auf alternative Heilmethoden. „Buch.de“ und das Mutterhaus Thalia suchen den Schulterschluss mit Weltbild, Hugendubel und dem Bertelsmann Club. Zusammen bringen die deutschen Buchhändler am Donnerstag einen neuen E-Book- Reader auf den Markt, der dem US-amerikanischen Platzhirschen das Revier streitig machen soll. Die Geräte sowie die Handelsplattform liefert die Telekom. Weil das System offen ist, soll es für Kunden keinen Unterschied machen, bei welchem Händler sie einkaufen.

Amazon dominiert nicht nur den Buch-Versandhandel mit einem Marktanteil von über 50 Prozent. Der Online-Gigant hat mit seinem „Kindle“ inzwischen auch einen geschätzten Anteil von 40 Prozent am Markt der elektronischen Bücher erlangt. Die Allianz aus Weltbild, Hugendubel, Bertelsmann und Thalia kommt gemeinsam auf einen ähnlich hohen Anteil.

Gerade mit Blick auf künftiges Wachstum sei die gemeinsame Strategie wichtig, betonte „Buch.de“-Vorstandschef Michael Weber gestern. „Im E-Book-Geschäft verzeichnen wir dreistellige Wachstumsraten.“ Entsprechend optimistisch sind die Münsteraner mit Blick auf die Geschäftszahlen. Nachdem der Umsatz im wichtigen Weihnachtsgeschäft um 18 Prozent abgesackt war, rechnet „Buch.de“ nun mit einem Wachstum zwischen null und zehn Prozent. Wie erfolgreich das börsennotierte Unternehmen am Ende sein wird, sei auch eine Frage der Neuerscheinungen, so Weber. „Gerade der E-Book- Markt ist ein Bestseller- Markt.“ So hatten beispielsweise über 60 Prozent der „Buch.de“-Kunden zur elektronischen Variante des Kassenschlagers „Der 100-Jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ statt zum gedruckten Buch gegriffen.

Abseits des E-Book-Geschäfts werden die Bäume hingegen nicht in den Himmel wachsen – nicht zuletzt, weil „Buch.de“ sich keinen bedingungslosen Preiskampf mit der US-Konkurrenz liefern will. „Bei uns kommt das Ergebnis zuerst, nicht der Umsatz“, so der kaufmännische Leiter Tobias Volgmann. Insbesondere bei Medien habe es in der Vergangenheit einen harten Wettbewerb gegeben, der den Handel letzten Endes teuer zu stehen kommt. „Wenn wir einen neuen Kunden gewinnen wollen, kostet das Geld“, sagt Weber. Statt über Gutscheine sollen Kunden durch Beratung, Service und Kauftipps gewonnen und an das Unternehmen gebunden werden. Weber: „Wenn ich die Kundenbeziehung mit einem Dumpingangebot starte, muss ich damit auch weitermachen.“

(Andreas Fier)


 


 

Michael Weber
Tobias Volgmann
Buch.de
Hugendubel
Weltbild
Wachstum
amazon.de
Thalia.de
E-Book-Reader
Buchhandel

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Michael Weber" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: