Weitere Artikel
  • 02.12.2013, 10:37 Uhr
  • |
  • Münster / Münsterland
Osmo-Hallen im Stadthafen

Münsteraner Initiativen üben Kritik an Hafen-Plänen

Die Osmo-Hallen gehören zu den letzten noch verbleibenden Wahrzeichen des alten Stadthafens in Münster. Das Areal ist Teil eines Investorenwettbewerbs, der bis Mitte 2014 durchgeführt werden soll – von heimischen und auswärtigen Planungsbüros.

Der Rat der Stadt entscheidet darüber bereits in seiner letzten Sitzung vor der Weihnachtspause am 11. Dezember, vorher beraten die Fraktionen, die Bezirksvertretung, der Planungs- und der Hauptausschuss „Diese Zeit ist deutlich zu kurz und muss auf mindestens zwölf Monate verlängert werden“, fordert Rainer Bode von der Initiative „Zukunft Hafen“ am Samstag gemeinsam mit Thomas Krabbe und Wolfgang Becker vom Verein „Mehr Lebensqualität für das Hansa- und Hafenviertel“ sowie Norbert Fiedler von „Nieberding-Wohnraum erhalten“.

Die jetzt terminierte Zeit benachteilige auswärtige Planer, berücksichtige nicht alle wichtigen Aspekte und spiele nur den Plänen der hiesigen Architekten Rainer M. Kresing und Andreas Deilmann in die Hände. Ihr Konzept „Wohnen am Wasser“ löst bei den Anwohnern Sorgen aus. Sie befürchten „Klostergärten 2“ mit hoher Preisspirale statt eines gut durchmischten Wohnraum- und Arbeitsraum für alle. Bei den von Kresing/Deilmann geplanten Mini-Kanälen zwischen den Häusern werde zudem vergessen, „dass das Brackwasser „stinkt und vermüllt und die Bootsstege völlig ungesichert sind“, gibt Wolfgang Becker zu bedenken. Außerdem sei die Lärmproblematik seitens des Stadtwerke-Kraftwerks auf der anderen Hafenseite noch nicht hinreichend erörtert worden.

„Block-Bebauung“ passt nicht zum Quartier

Krabbe und Fiedler sperren sich gegen die Pläne, da die anvisierte „Block-Bebauung“ nicht zum gewachsenen Charakter des Quartiers passe und viel zu wenig Platz für Grünflächen böte. Die größte Sorge machen sich die Anwohner aber um die Osmo-Hallen. Ihr Credo ist klar: „Die Hallen müssen erhalten bleiben.“ Von der Stadt fordern sie, dass es eine Selbstverpflichtungsklausel für alle künftigen Investoren geben müsse, mindestens einen Teil der Hallen in das neue Bebauungskonzept miteinzubeziehen. Die Anwohner liebäugeln dabei mit der halboffenen, „auskragenden“ Halle, die man gut als Raum für öffentliche Veranstaltungen, etwa einen Wochenmarkt, nutzen könne. Die Osmo-Hallen stehen zwar nicht unter Denkmalschutz, die historische Bausubstanz bilde jedoch „ein prägendes und identitätsstiftendes Element“ des Quartiers, heißt es weiter. Bislang liegt die Entscheidung für oder gegen deren (Teil-)Erhalt bei den Bietern.

(Peter Sauer, WN)


 


 

Stadthafen
Hallen
Block-Bebauung
Pläne
Anwohner
Initiativen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Hafen" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: