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  • 29.07.2014, 12:28 Uhr
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  • Düsseldorf
Paket-Zusteller

Verstöße gegen Arbeitsschutz

Der heftige Konkurrenzkampf in der Paket- und Kurierdienstbranche wird auf dem Rücken der Zusteller ausgetragen. Kon­trollen des NRW-Arbeitsschutzes in 22 Paketverteilzentren haben teils massive Verstöße gegen die Vorschriften zutage gefördert, wie Arbeitsminister Guntram Schneider am Montag berichtete. „Bei 60 Prozent der überprüften Fahrer wurden Mängel festgestellt, die Mängelquote bei Unternehmen liegt bei 85 Prozent.“

Die Lenk- und Arbeitszeiten seien nicht oder nicht korrekt dokumentiert worden, ergab die Überprüfung bei 415 Fahrern. Schneider kritisierte, ein Drittel der Unternehmen habe gar keine Aufzeichnungen geführt. Zwei von drei Firmen zählten das Verladen der Pakete nicht zur Arbeitszeit. Die gesetzliche Obergrenze von zehn Stunden Arbeit täglich konnten 60 Prozent nicht nachweisen.

Damit würden die Fahrer zum Verkehrsrisiko. „Wir haben es mit einem unglaublichen ökonomischen Druck zu tun“, betonte Schneider. „Und die Letzten in dieser Kette sind die Fahrer.“ Die kon­trollierten Zen­tren gehören zehn Dienstleistern, darunter DHL, DPD, FedEx, GLS, Hermes und UPS. Ihnen warf Schneider vor, sie schöben die Verantwortung für die Einhaltung der Sozialstandards auf Subunternehmer ab. Mit einer Länderinitiative will er schärfere Regeln durchsetzen.

Gerne würde Schneider die Internet-Versandhäuser in die Pflicht nehmen. „Ich glaube, dass die schöne neue Shopping-Welt nicht die dunkle Seite des Internet-Handels ausschließen darf“, appellierte er an die Verbraucher. „Wer zehn Paar Schuhe bestellt und neun davon zurückschickt“, fördere dieses System.

(Hilmar Riemenschneider, WN)


 


 

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