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  • 29.11.2013, 09:14 Uhr
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  • Münster
Podiumsdiskussion bei „m:ut13“

Symposium für verändertes Unternehmertum

Die Grenzen des Wachstums sind angesichts von Naturkatastrophen, schmelzender Eisberge und eines steigenden Meeresspiegels allgegenwärtig. Welche Wege eingeschlagen werden müssen, um das Ruder in letzter Sekunde vielleicht noch herumzureißen – darüber diskutierten rund 250 Unternehmer beim Symposium für verändertes Unternehmertum „m:ut13“ am Donnerstagabend auf Gut Havichhorst in Münster.

Mit einem anschaulichen Beispiel aus dem Musterland Schweden zeigte Umweltwissenschaftler Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker in einer Podiumsdiskussion einen Weg zum Umdenken auf.

Vor Jahren habe die schwedische Regierung gegen großen Widerstand aus der Wirtschaft und der bekannten Drohgebärde, sonst ins Ausland abzuwandern, eine Stickoxidsteuer eingeführt. Allerdings mit dem Versprechen, bei gesteigerter Wirtschaftsleistung die Steuer zurückzuzahlen. Der ökonomische Anreiz habe der schwedischen Industrie eine Modernisierungs- und Verjüngungskur beschert. Weizsäcker: „Ein ökologisches Gleichgewicht erfordert eine langfristige Ökonomie, aber zu viele denken kurzfristig.“

Gute Ansätze gibt es bereits

Welche guten Ansätze es in Münster bereits gibt, zeichnete der Chef der Wirtschaftsförderung Münster, Dr. Thomas Robbers, auf. Beim Projekt „Ökoprofit“ analysieren Unternehmen ihre Arbeitsabläufe, um beispielsweise Strom zu sparen und die CO-Emissionen zu senken. Dass „nachhaltiges Wirtschaften mit Wettbewerbsfähigkeit vereinbar ist“, so Robbers, zeigten zudem die rund 70 Unternehmen, die in der „Allianz für Klimaschutz“ an der CO-Reduzierung um 40 Prozent bis 2020 arbeiten. Mit Aufklärungskampagnen zu Artenschutz und Klimawandel versuche indes der Allwetterzoo ein Umdenken in der Bevölkerung anzustoßen, machte Zoodirektor Jörg Adler deutlich.

Ein Umdenken ist einfacher, so Weizsäcker, „wenn es Reputation bringt“ und ökologisches Handeln als positiver Wert an sich verstanden werde.

Handeln statt verhandeln heißt daher die Devise der Aktion „Plant for the planet“, mit der Kinder in aller Welt Baumpflanzaktionen an den Start bringen. Der junge münsterische Aktivist Aron (13) redete den Unternehmern von der Bühne aus ins Gewissen und entlockte so manchem einen Geldbeitrag für Fairtrade-Schokolade und versprach: „Der Erlös fließt direkt in weitere Baumpflanzaktionen.“

(Karin Höller-Zwilling, WN)


 


 

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