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  • 22.05.2015, 08:29 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Post-Warnstreiks

Post baut Brief-Berge im Münsterland langsam ab

Langsam beruhigt sich die Lage: Nach tagelangen Warnstreiks bei der Deutschen Post werden im Münsterland die Berge tausender Briefe und Päckchen, die sich in den Post-Depots angesammelt haben, peu à peu abgebaut.

„Die Warnstreiks sind unterbrochen“, sagte Benedikt Lutter-Gras, Gewerkschaftssekretär bei Verdi Münsterland, am Mittwoch. „Die Bearbeitungsrückstände sind aber gewaltig.“

Die Arbeitsniederlegungen wurden gestoppt, weil Arbeitgeber und Gewerkschaft wieder in Königswinter ihre Verhandlungen über kürzere Arbeitszeiten und mehr Geld fortführten. Allerdings wurden die Gespräche am Donnerstag ergebnislos auf Anfang Juni vertagt. Eine Lösung des Streits gilt weiterhin als extrem schwierig. Bei der inzwischen fünften Verhandlungsrunde zeigten sich beide Seiten bislang wenig kompromissbereit. Für die bundesweit rund 140.000 Beschäftigten fordert die Gewerkschaft eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um 2,5 auf 36 Stunden sowie 5,5 Prozent mehr Geld.

Der Konflikt hatte sich in den vergangenen Tagen weiter verschärft, weil die Post nach Angaben von Verdi Beamte als Streikbrecher eingesetzt hat. Das Unternehmen hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Hintergrund des Streits bei der Post ist auch die Absicht des Unternehmens, im Paketgeschäft ein zweites Zustellernetz über neue regionale Gesellschaften zu organisieren.

„Es gibt kein Chaos“ - aber großen Aufholbedarf

Im Gespräch bestritt Dieter Pietruck, Sprecher bei der Post für NRW, grundsätzlich, dass die Zustellung von Postsendungen nennenswert eingeschränkt gewesen sei. „Es gibt kein Chaos“, betonte Pietruck. „Unsere Zusteller sind unterwegs.“

Dabei ist vor allem im Münsterland der Aufholbedarf groß: „In dieser Region haben 200 Mitarbeiter vier Tage in Folge gestreikt – das muss enorme Auswirkungen haben“, erklärte Hermann Völlings von der Landesarbeitskampfleitung bei Verdi in Düsseldorf. Die genaue Zahl liegen gebliebener Sendungen könne er aber nicht abschätzen, erklärte Völlings.

(Jürgen Stilling, WN)


 


 

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