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  • 26.08.2013, 09:35 Uhr
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  • Münsterland
Pralinen-Manufaktur

Westmünsterland als Zentrum des Genuss-Geschäfts

Gut Geld verdienen mit Pralinen und sich obendrein selbst leben? Das funktioniert, wenn man es nur richtig macht. Können trifft Leidenschaft trifft guten Geschmack: Klaus Pas­serschröer setzt seit zehn Jahren auf diesen Dreisprung.

Kein Witz: 2003 hat der 44 Jahre alte Mann aus Rhede ausgerechnet Pralinen als Marktlücke entdeckt. In den Weiten des Westmünsterlandes darf man so etwas durchaus als eher ungewöhnlich bezeichnen. Zusammen mit seinem Kompagnon Frank Große-Vehne etablierte er ein Vertriebssystem, das Genießer seitdem regelmäßig mit Kollektionen deutscher Chocolatiers beliefert. „Unser Club hat inzwischen 6000 Mitglieder.“ Wie er seinerzeit auf die Idee gekommen ist? „Ganz einfach“, sagt er da: „Ich liebe eben Schokolade.“ Jetzt, rund zehn Jahre später, setzt der Blondschopf eins drauf.

Ein großes, schickes Gebäude im Herzen des klei­nen Ortes Südlohn, verschiedene Ebenen, modernes Interieur, alles gehalten in warmen Farbtönen. Bis vor ein paar Jahren wurden im sogenannten Turmhaus noch Möbel verkauft. Vor wenigen Wochen ist die erste Pralinen-Manufaktur des Westmünsterlandes dort eingezogen.

Manufaktur, Bis­tro, Café und das Ziel eines Traums. Zehn Jahre hat Passerschröer gebraucht – und einen langen Atem. Jetzt hat er, was er immer wollte. Sein Pralinenclub habe endlich „ein Gesicht bekommen“, sagt er. „Ich kann es noch gar nicht fassen.“

Die Gäste stehen Schlange

Was sofort auffällt und überrascht: Die Gäste geben sich hier die Klinke in die Hand. Ältere Damen stehen wie auf einer Perlenschnur aufgezogen vor der gläsernen Theke, warten geduldig, bis sie an der Reihe sind, um sich dann aus über 30 Pralinensorten ihre Favoriten in kleine Zellophan-Beutel füllen zu lassen. An den Tischen sitzen vor alle junge Leute in Grüppchen und Clübchen, trinken Kaffee, essen Kuchen, schauen, schwätzen, genießen. Und in der Mitte, da steht Klaus Pas­serschröer und freut sich über all das wie ein kleines Kind. Südlohn ist zum Zentrum eines Geschäfts mit dem Genuss geworden. „Auch wenn der Ort natürlich ziemlich weit weg vom Schuss ist.“

Passerschröer erzählt Geschichten aus seiner Geschichte und kommt dabei in Fahrt. Einen Business-Plan, sagt er, habe er nie gehabt. Dafür aber viele Freunde, die in seiner Rede alle nur Vornamen haben. 2007 kam der Durchbruch. Damals war der Rheder zum Sommerfest des Bundespräsidenten eingeladen worden. „Danach ging das Geschäft richtig ab“, sagt der 44-Jährige.Schon vorher wa­­ren er und sein Kollege Große-Vehne lange Zeit durch Deutschland gereist, um die Spitzen-Chocolatiers kennenzulernen – und natürlich deren Produkte. Als die Nachfrage stieg, kam ihnen das zugute.

Passerschröer wirkt wie einer, der angekommen ist. Am Ziel mit 44 Jahren. Der das auch weiß und trotzdem weitermacht. Weil Erfolg anspornt und er noch immer jede Menge Ideen im Kopf hat, die sich alle um sein Geschäft, um Schokolade und Pralinen drehen.

Das Turmhaus soll erweitert werden, in einem noch leeren Raum will er „demnächst eine Bierstube aufmachen“. Neben der Schokolade ist das Bierbrauen nämlich seine zweite große Leidenschaft. Und er schafft es tatsächlich, beides zusammenzuführen: „Brauen möchte ich auch ein Schokobockbier“, sagt er. Bei allen Plänen, den hochtrabenden und visionären. Ei­nes steht für den 44-Jährigen fest: „Pralinen werden bei uns immer im Zentrum stehen.“

(Elmar Ries)


 


 

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