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  • 21.07.2014, 10:16 Uhr
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  • Münster
Prinzipalmarkt

Der Verkehr nimmt immer mehr zu

Busse, Taxis, Dauerparker: Auf dem Prinzipalmarkt nimmt der Verkehr immer mehr zu. Im Durchschnitt rollt alle 42 Sekunden ein Fahrzeug durch Münsters gute Stube. Dabei haben viele der motorisierten Besucher hier überhaupt nichts zu suchen.

Zügig fährt der Mercedes mit Wuppertaler Kennzeichen von der Rothenburg in Richtung Prinzipalmarkt. Dass er hier gar nicht fahren darf, merkt der gut gekleidete Fahrer offensichtlich erst, als er die Höhe des Textilgeschäftes Petzhold erreicht hat. Zum Erstaunen Dutzender Passanten wendet der Mercedes-Fahrer in drei Zügen und verschwindet wieder über die Rothenburg – entgegen der erlaubten Fahrtrichtung.

Wer sich Münsters „Gute Stube“ einmal näher anschaut, der entdeckt dort jede Menge Fahrzeuge, die dort gar nicht hingehören. Innerhalb von 60 Minuten hat eine Stichprobe 21 „Falschfahrer“ registriert, die auch außerhalb der offiziellen Ladezeiten über das historische Kopfsteinpflaster juckeln: einen Lkw, drei Kleintransporter und 17 Pkw.

Vorzugsweise die Liebhaber schicker Fahrzeuge neigen zu Irrfahrten im Herzen der Stadt. Ein SUV biegt bei Tempo 30 und dichtem Gedränge von der Klemensstraße ab auf den Prinzipalmarkt, ein Porschefahrer blickt gemütlich zu den Giebeln der Prinzipalmarkt-Häuser hinauf – und ein BMW-Cabriolet wird mit einer Selbstverständlichkeit vor einem Dessous-Geschäft abgestellt, als habe man soeben den Parkplatz eines Supermarktes erreicht.

Das Erscheinungsbild des Prinzipalmarktes wird durch Dauerparker beeinträchtigt

Münsters Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer stört sich inzwischen an der zunehmenden „Motorisierung“ der münsterischen Flaniermeile. „Vor allem die vielen Dauerparker beeinträchtigen das Erscheinungsbild des Prinzipalmarkts.“ Derzeit ist es so, dass Lieferverkehr abends ab 19 Uhr und morgens bis 11 Uhr erlaubt ist. Kurzfristiges Be- und Entladen am Tage ist nur mit einer Ausnahmegenehmigung zulässig, darüber hinaus dürfen Firmen mit Handwerkerparkausweis vorfahren. Heuer hat zudem den Verdacht, dass sehr großzügig mit diesen Ausnahmen umgegangen wird, er drängt auf Restriktionen: „Es laufen Gespräche mit den Kaufleuten.“

Zur Wahrheit gehört auch, dass der auf dem Prinzipalmarkt erlaubte und geduldete Verkehr zugenommen hat. Hier das Ergebnis einer 60-Minuten-Zählung: 26 Linienbusse, 22 Taxis, sechs Doppeldecker-Touristenbusse, drei Müllfahrzeuge, zwei Polizeifahrzeuge, zwei Elektrokutschen, ein Wagen des Ordnungsamtes, ein Rettungswagen und ein Polizei-Motorrad.

Im Durchschnitt rollt danach alle 42 Sekunden ein Fahrzeug durch Münsters gute Stube.

Ob zum Schutz des Prinzipalmarkts Eingriffe beim Busverkehr vorgenommen werden sollen, ist laut Heuer eine politische Frage. 2015 will der Rat einen neuen Nahverkehrsplan verabschieden.

(Klaus Baumeister, WN)


 


 

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