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  • 24.07.2015, 09:01 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Probezeit bremst Spediteure aus

NRW lässt Lang-Lkw in verkürzter Form zu

Lang-Lkw wurden bisher auf den Straßen von Nordrhein-Westfalen ausgebremst. Jetzt dürfen diese Sattelzüge fahren – aber nicht in voller Länge über 25,25 Meter, sondern in einer auf 17,80 Meter verkürzten Form und probeweise zunächst bis Ende des Jahres 2016.

In Bundesländern wie Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen ist der Lang-Lkw (Gigaliner) längst zugelassen. Die Niederländer fahren solche „25er-Züge“, NRW müssen sie damit aber immer noch umrunden.

Der Verband der Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen, der in Münster und Düsseldorf sitzt, begrüßt die Zulassung der Gigaliner. Nur damit, sagt Marcus Hover, stellvertretender Hauptgeschäftsführer Wirtschaft und Kommunikation, werde das Land auf Dauer nicht im Stau ersticken.

Bundesweit fahren momentan rund 50 Speditionen auf Lang-Lkw ab. Spediteur Theo Schulz aus Münster gehört mit seinen 25 Fahrzeugen nicht dazu. Er bezeichnet die NRW-Variante in der verkürzten Form als „Kinderkram“. In Schweden sei er den langen Sattelzügen schon vor mindestens 25 Jahren begegnet. Da gebe es keine Probleme, so Schulz.

Der Spediteur aus dem Gewerbegebiet Coermühle in Münster-Kinderhaus bezeichnet die Einführung von Gigalinern aber als eine notwendige Lösung für die Zukunft der Branche. Nur mit den langen Sattelzügen seien seiner Meinung nach unter anderem die Personal- und Parkplatzprobleme in den Griff zu bekommen.

Für die Infrastruktur auf den Straßen sei es aber auch entgegen der Landesmeinung unerheblich, ob ein Lkw 18 oder 25 Meter lang ist, betont Theo Schulz. Der Praktiker aus Münster bezeichnet den Feldversuch als „faulen Kompromiss“.

Marcus Hover vom Verband weiß um die Problematik, die die Speditionen in Nordrhein-Westfalen umtreibt. Ein neuer Sattelzug, so Hover, muss bestellt werden. Die Kosten liegen bei einem fünfstelligen Betrag. Die Auslieferung würde nicht vor September oder Oktober erfolgen, außerdem bestünde das Risiko, dass ein langer Sattelzug nach der Probephase 2016 nicht mehr benutzt werden darf. Denn niemand weiß heute, so Hover, wie es nach 2016 weitergehen wird.

(WN)


 


 

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