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  • 15.06.2015, 11:10 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Problemfeld Umlaut-Domains

Best Practice für E-Mail-Adressen und Umlaut-Domains

Lange Zeit galt die Regel, dass Domain-Namen und E-Mail-Adressen keine Umlaute und Sonderzeichen enthalten dürfen. Seit einigen Jahren können aber sogenannte Umlaut-Domains nach dem IDNA-Standard registriert und verwendet werden. Browser haben heutzutage meist keine Probleme mehr damit. Anders sieht es noch immer bei E-Mail-Programmen aus. Das kann für Geschäftsleute und Kunden ärgerlich sein.

Der Geschäftsführer der Firma Müller & Söhne ist stolz - endlich hat er seinen eigenen Internet-Auftritt online. Und dazu auch die passende Internet-Adresse müller-und-söhne.de registriert. Auch alle seine E-Mail-Adressen lauten passend auf [email protected]üller-und-söhne.de.

Doch schon kurz nachdem sein Internet-Auftritt online gegangen ist, schickt ihm der erste Lieferant ein Fax: Seine E-Mail-Adresse [email protected]üller-und-söhne.de sei nicht erreichbar. Die E-Mails kämen als unzustellbar zurück. - Seltsam, er selbst hat keine solchen Probleme.

Warum kommen E-Mails bei Umlaut-Adressen nicht an?

Noch immer sind nicht alle E-Mail-Programme und firmeneigenen IT-Infrastrukturen an die relativ neuen Umlaut-Domains und die zugehörigen E-Mail-Adressen angepasst. Zwar lassen sich die neuen E-Mail-Adressen inklusive der Umlaute (scheinbar korrekt) eingeben, allerdings werden die Umlaute fehlerhaft "codiert", so dass im Hintergrund eine ganz andere Adresse herauskommt. Das führt dazu, dass die Nachricht den Empfänger nicht erreichen kann und stattdessen ein Fehlerbericht zurück kommt.

Was können die Absender bei Problemen tun?

Sofern die hauseigene IT oder der Provider keine Lösung anbieten kann, die mit den E-Mail-Adressen von Umlaut-Domains klar kommt, bleibt nur, diese Adressen schon vor dem Versand manuell in ein passendes Format umzuwandeln. Passende Hilfen gibt es online, zum Beispiel bei der zentralen Registrierungsstelle für deutsche Domains DeNIC oder über den IDN-Converter.

Leider konvertiert das Online-Werkzeug der DeNIC nur die Umlaut-Domain selbst, nicht aber die komplette E-Mail-Adresse. Sie können hier also nur den Teil rechts vom @-Zeichen sogenannten ACE-String umwandeln lassen. Oft genügt das aber schon, denn vor dem @-Zeichen (im sogenannten "local part") sollten gar keine Umlaute vorkommen.

Im obigen Beispiel würde aus der Adresse müller-und-söhne.de dann xn--mller-und-shne-5pb9f.de. Mit der kryptisch anmutenden Adresse [email protected] käme die E-Mail dann auch beim richtigen Empfänger an.

Schwieriger wird es, wenn auch vor dem @-Zeichen Umlaute enthalten sein sollten. Dann hilft das zweite Online-Tool einfacher weiter: der IDN-Converter. Hier können Sie auch direkt eine komplette E-Mail-Adresse umwandeln lassen. Aus [email protected]üller-und-söhne.de würde dann [email protected]. Sie müssen allerdings selbst entscheiden, ob Sie die E-Mail-Adresse diesem Online-Dienst mitteilen und damit anvertrauen wollen. Eine Alternative ist der folgende Dienst, der zumindest eine deutsche Domain nutzt und damit auch den deutschen Datenschutzbestimmungen unterliegt.

Probleme mit Umlaut-Domains im Vorfeld vermeiden

Kundenfreundlich und verlässlich sind die Umlaut-Adressen also derzeit in vielen Fällen (noch) nicht. Sich als Firmeninhaber darauf zu versteifen, dass das schließlich technisch jetzt möglich sei, ist zu kurz gedacht. Und die kryptischen Punycode-E-Mail-Adressen sind sicher nichts für den normalen Anwender. Genauso wird der gut gemeinte Ratschlag, doch mal seine Software zu aktualisieren, bei Kunden und Geschäftspartnern nicht immer auf Gegenliebe stoßen.

Um gar nicht erst solche Probleme aufkommen zu lassen und auch im internationalen Geschäft einfacher kommunizieren zu können, sollten Firmen Umlaut-Domains aktuell nur mit Bedacht einsetzen und eher als Zweit-Domain registrieren.

Haupt-Domain und zugehörige E-Mail-Adressen sind derzeit nur sicher ohne Umlaute nutzbar. Firmeneigner Müller sollte also zumindest die E-Mail-Adressen über die hoffentlich längst registrierte Domain mueller-und-soehne.de abwickeln und kommunizieren. So kommt es gar nicht erst zu Problemen bei Versand und Empfang von E-Mails. Natürlich können die Adressen mit Umlauten parallel verwendet werden - dafür gibt es schließlich die Möglichkeit der Weiterleitung von einem Postfach zum nächsten.

Tipps für Nutzer von Umlaut-Domains / TLDR

  1. Registrieren Sie nicht nur die Umlaut-Domain für Ihr Unternehmen, sondern immer auch die entsprechende Domain ohne Umlaute (müller.de und mueller.de).
  2. Verwenden Sie Umlaut-Domains und zugehörige E-Mail-Adressen derzeit besser nur als Zweitadresse, um Kommunikationsprobleme zu vermeiden.
  3. Richten Sie von den Umlaut-Adressen passende Weiterleitungen ein, so dass keine Nachrichten verloren gehen.

Übrigens: Falls Sie in Ihrem E-Mail-Programm Ihre eigene Umlaut-E-Mail-Adresse nicht als Absenderkonto einrichten können, können Sie die oben erwähnten Tools auch zu diesem Zweck nutzen. Verwenden Sie beim Erstellen des Kontos in Ihrem E-Mail-Programm einfach die kryptisch anmutende Punycode-Adresse. Damit sollte es klappen.

(Stephan Kockmann)


 


 

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