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  • 21.04.2015, 16:56 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Produkt-Service-Kombinationen

PUSH-Workshop zeigte Produzenten wie Dienstleistungen ihre Existenz sichern

Produkte, die mit Dienstleistungen gekoppelt sind, schützen Unternehmen vor Konkurrenz. Zu dieser einfachen Formel hat Dr. Martin Matzner, Wirtschaftsinformatiker der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, am Montagabend zusammengefasst, warum Unternehmen aus dem produzierenden Sektor auf Produkt-Service-Kombinationen setzen sollten.

Er erklärte im Fachhochschulzentrum Münster rund 40 Unternehmern aus dem Münsterland in einem zweistündigen Workshop, wie dieser wissenschaftliche Ansatz die Zukunft ihres Betriebes sichern kann. „PUSH – Produkt-Service-Kombinationen (zur Kombination Definition) entwickeln und nutzen“ heißt das Projekt, mit Hilfe dessen der Münsterland e.V. die Forschungen der Universität Münster und der Fachhochschule Münster den Unternehmen in der Region zugänglich macht.

„Auch hochkomplexe Produkte werden heute schnell imitiert, wie etwa die Pleitewelle in der Solarbranche gezeigt hat“, sagte Matzner. Viele Unternehmen im Münsterland hätten es sich komfortabel in ihrer Nische eingerichtet, liefen aber immer Gefahr von Wettbewerbern in die Ecke gedrängt zu werden. „Produkte, die mit Sach- oder Dienstleistungen verknüpft sind, lassen sich nicht so leicht kopieren“, erklärte Matzner. „Sie sind für den Kunden individualisiert.“ Und das biete gleich noch einen weiteren Vorteil: Die Unternehmen hätten intensivere Kontakte und somit eine bessere Beziehung zum Kunden.

Ein Unternehmen, das dies erfolgreich umgesetzt hat, ist Carl Nolte Technik mit Sitz in Greven. Vor der Zusammenarbeit mit den Hochschul-Experten war der einzige Gewinn, den das Unternehmen mit dem Verkauf von Druckluftkompressoren machte, die Handelsmarge. Heute stehen nicht mehr die Kompressoren im Fokus, sondern die Menge an Druckluft, die der Handelspartner benötigt. Nolte prüft vor Ort die Produktion, stellt die Maschine so ein, dass Energie-Verluste und unnötig erzeugte Druckluft minimiert werden. Die Firma verleiht außerdem die Kompressoren an Unternehmen und rechnet nur die tatsächlich benötigte und verbrauchte Menge Druckluft ab. Sie bietet periodische Verbrauchsmessungen an, sucht nach Lecks und wartet die Maschinen. „Die Umsätze sind seitdem deutlich gestiegen“, sagt Prof. Thomas Baaken, Projektpartner und Wirtschaftswissenschaftler der Fachhochschule Münster. „In rund 80 Prozent der Beratungstermine schließt Nolte auch einen Vertrag ab.“

Durch das Projekt „PUSH“ sollen möglichst viele andere Unternehmen im Münsterland in ähnlicher Weise profitieren. Der Workshop gab einen Einblick in die Möglichkeiten. In Kleingruppen suchten die Teilnehmer nach Produkt-Service-Kombinationen für ihre Unternehmen und entwickelten erste Modell-Ideen.

Das bietet PUSH

Die Kooperationspartner an Uni und FH bieten gemeinsam mit dem Münsterland e.V. und den Wirtschaftsförderungen Borken und Coesfeld für interessierte Unternehmen neben den Workshops ein kostenloses Quick-Check-Tool an. Dabei suchen die Wirtschaftsfachleute aus den Hochschulen in einem Beratungsgespräch mit den Unternehmen nach Wertschöpfungspotentialen. Wenn gewünscht, entwickeln dann beide Seiten die Produkt-Service-Kombination.

(Redaktion)


 


 

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