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  • 02.10.2013, 10:21 Uhr
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  • Münsterland / Ahlen
Produktion wird eingestellt

Atika in Ahlen vor Teilschließung

Eine weitere Hiobsbotschaft trifft die Ahlener Wirtschaft. Nach „Automotive Ahlen“ (ehemals Linnemann Schnetzer) mit 106 Mitarbeitern und Haworth (215 Mitarbeiter) soll auch bei Atika die Produktion eingestellt werden. Der traditionsreiche Hersteller von Betonmischern und Gartengeräten beschäftigt rund 100 Mitarbeiter.

Die nächste Werksverlagerung kündigt sich an: Nach „Automotive Ahlen“ (ehemals Linnemann Schnetzer) und Haworth soll jetzt auch bei Atika die Produktion eingestellt werden. Das bestätigte IG-Metall-Bevollmächtigte Beate Kautzmann am Dienstag. Die Hiobsbotschaft trifft rund 100 Mitarbeiter.

Belegschaft und Betriebsrat seien bereits am Montag darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass der Produktionsstandort für Betonmischer und Gartengeräte an der Schinkelstraße aufgegeben werde, so Kautzmann. Nur das Handelshaus solle bleiben. Im August vergangenen Jahres hatte das französische Unternehmen Alt­rad Lescha Konkurrent Atika übernommen. Eine Nachricht, die innerhalb der Belegschaft zunächst für große Unruhe gesorgt hatte. Später war von einer Stärkung des Standortes Ahlen die Rede gewesen.

Die Chancen stehen 50 zu 50

„Wenn ein Unternehmen ein anderes übernimmt, dann müsste ich lügen, wenn ich nicht darüber nachdenken würde, dass die Gefahr besteht, dass ein Standort irgendwann den Kürzeren zieht“, so Kautzmann. Noch liege aber kein Schließungsbeschluss vor. Insofern stünden die Chancen 50 zu 50. Zumal es keine rein wirtschaftlichen Gründe seien, die gegen den Standort Ahlen sprächen. Insofern sie die Lage nicht hoffnungslos.

Beate Kautzmann fordert jetzt die Einberufung eines runden Tisches: „Es wird Zeit, dass die Bevölkerung für Haworth und Atika Flagge zeigt. Sie muss zeigen, dass das nicht geht, was man da mit Ahlen macht.“ Und: „Das ist strukturpolitisch für die Stadt eine Katastrophe.“ Als Firmen familiengeführt gewesen seien, hätte man noch zusammen beratschlagen können. Seitdem Traditionsunternehmen an zumeist ausländische Konzerne verscherbelt würden, ginge alles den Bach herunter.

Betriebsratsvorsitzender Thomas Albert-Schwarte hielt sich am Nachmittag in einer ersten Stellungnahme betont zurück. Von einer Teilschließung sei gesprochen worden, nicht mehr. Und: „Beschlossen ist noch nichts.“ Klar sei, dass Standorte wie Ahlen nicht mit anderen in Billiglohnländern mithalten könnten. Einige Kollegen, die in die Abläufe eingebunden seien, hätten vage etwas geahnt. Für viele aus der Produktion sei die Nachricht zum Wochenstart aber ein Schlag gegen den Kopf gewesen.

(Ulrich Gösmann)


 


 

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