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  • 20.12.2013, 09:59 Uhr
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  • Münsterland / Kreis Warendorf
Produktions-Aus

Atika-Mischmaschinen vor dem Aus?

Im April soll die Produktion am Standort Ahlen eingestellt werden. Altrad Lescha will sie nach IGM-Angaben in China, Kroatien und Polen produzieren lassen. Eine Betriebsversammlung bringt am 20. Dezember die Mitarbeiter auf den aktuellen Stand der Verhandlungen.

Im April soll die Produktion bei Atika eingestellt werden. Robert Bange, Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Gütersloh-Oelde, nannte am Donnerstag erstmals Zahlen zur geplanten Teilstilllegung des Standortes Ahlen, von der dann rund 80 Mitarbeiter betroffen wären. Mit einem soeben erarbeiteten Alternativkonzept hofft die Gewerkschaft, den „Worst Case“ noch abwenden zu können, denn: Der Standort Ahlen sei weiter wirtschaftlich.

Bange, der für die erkrankte IGM-Bevollmächtigte Beate Kautzmann in die Verhandlungen eingestiegen ist, bezeichnete das gegenwärtige Gesprächsklima als „grundsätzlich sachlich“ und „konstruktiv.“ Was nicht immer so gewesen sei. Die Aufgabe der Produktion von Betonmischern in Ahlen sei für die Geschäftsführung von Altrad Lescha allerdings „alternativlos“. Als problematisch werde der Investitionsbedarf in die Immobilie und den Maschinenpark gesehen.

Entscheidung des Konzerns sei es bislang, nicht in den Standort Ahlen investieren zu wollen. Stattdessen sollen die Betonmischer künftig mit ihrer bisherigen Technik aus China, Polen oder Kroatien kommen, bei Lescha in Burnau ihr Lable „Atika“ erhalten und auch über das dann verbleibende Handelshaus in Ahlen vermarktet werden. Zudem beabsichtigten die Gesellschafter eine Umstellung von der in Ahlen praktizierten Nasslackierung auf die vermeintlich günstigere Pulverbeschichtung. Einige Mitarbeiter aus Ahlen sollen bei Lescha in Burnau weiterbeschäftigt werden. Alle anderen – Bange spricht von 70 bis 80 – bekämen dann eine Beendigungskündigung.

Betriebsrat und Sachverständige erarbeiten Alternativkonzept

Dem drohenden Aus setzt die IG Metall ein Alternativkonzept entgegen, das mit dem Betriebsrat und mit Sachverständigen erarbeitet worden sei und sich betriebswirtschaftlich rechne. Produktion und Nasslackierung würden demnach in Ahlen bleiben – und andere Betriebszweige von Altrad Lescha, die weniger wirtschaftlich arbeiteten, in Ahlen installiert. Zudem könnten sich Optimierungen bei Abläufen und Materialbeschaffung positiv auf die Produktionskosten auswirken. Bange: „Das würde zwar dazu führen, dass hier in Ahlen der eine oder andere Bereich zum Opfer fällt. Dieser Schritt würde aber deutlich weniger Arbeitsplätze kosten.“ Rechne man Sozialpläne und Neuaufstellung zusammen, ergebe sich im Drei-Jahres- Forecasting ein Gleichstand. Hoffnung mache, so Bange weiter, dass die Verhandlungen von Seiten der Geschäftsführung noch nicht für gescheitert erklärt worden seien. Ob sie bereit sei, auf das Alternativkonzept einzugehen, bleibe abzuwarten. Als positiv bewertet der Gewerkschaftssekretär zudem, dass die Kündigungen nicht schon – wie zunächst beabsichtigt – im Dezember ausgesprochen wurden.

Für die Mitarbeiter, deren Entlassung sich nicht vermeiden lasse, fordert die IG Metall die Einrichtung einer Transfergesellschaft, um im Rahmen eines Sozialplanes ihre Chancen zur Rückkehr auf den ersten Arbeitsmarkt zu verbessern. Diese Transfergesellschaft sei von der Geschäftsführung bislang aber kategorisch abgelehnt worden.

Über den aktuellen Stand der Entwicklungen wollen Gewerkschaft und Betriebsrat die 113 Beschäftigten in einer Versammlung am heutigen Freitag informieren.

(AZ - Ahlener Zeitung)


 


 

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