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  • 15.03.2013, 10:44 Uhr
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  • Münster
Projekt Preußenpark in Münster

Stadionfrage seit 24 Jahren ungelöst

Alte Wunden hat der anhaltende Streit über die Höhe des städtischen Sanierungs-Zuschusses für die Sanierung des Preußen-Stadions aufgerissen.

In der Sitzung des Sportausschusses am Dienstagabend erinnerte Joachim Temme, Vorsitzender des Stadtsportbundes, an das seit 1989 nicht eingelöste Versprechen des früheren Oberbürgermeisters Dr. Jörg Twenhöven, ein neues Preußen-Stadion zu bauen.

Gestern nun meldeten sich Tanja Eilert, Dirk Müller und André Zivic vom Fanprojekt des SC Preußen zu Wort. Sie kommentierten die aktuelle politische Debatte mit den Worten: „Wenn der Verein auch die nächsten zehn bis 20 Jahren in der als ,Antikarena´ verspotteten städtischen Sportanlage spielen muss, ohne dass ernsthaft saniert wird, sind alle Träume von einer langfristigen Ligazugehörigkeit höher als Liga 3 wohl Schäume.“ Zum Hintergrund: Zwischen der Spitze der Stadtverwaltung und Teilen des Rates gibt es eine handfeste Kontroverse bei der Frage, wie viel Geld für die Stadionsanierung freigegeben wurde. Aus diesem Grund ist eine 424.000 Euro umfassende Summe zumindest bis April gesperrt.

»Warum werden dem Verein immer wieder Steine in den Weg geworfen?«

Nach Ansicht des Fanprojektes, das nach eigenem Bekunden 420 Mitglieder hat, berührt dieser Vorgang ein Grundproblem: „Wir fragen uns, warum dem Verein aus dem Rat der Stadt Münster immer wieder Steine in den Weg geworfen werden. In vielen anderen Städten Deutschlands hat der Fußballverein Nummer eins vor Ort einen ganz anderen Stellenwert – egal in welcher Liga.“

Auch Preußen-Präsident Dr. Marco de Angelis hatte jüngst im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten angeregt, in eine Diskussion darüber einzusteigen, „welchen Wert die Stadtgesellschaft von Münster dem SC Preußen zumisst“.

In den 1990er Jahren war die Stadiondebatte geprägt von dem Projekt Preußen-Park. Der Verein favorisierte ebenso wie CDU und SPD den Bau eines neuen Stadions samt Einkaufszentrum durch den Investor ECE. Das Projekt scheiterte am massiven Widerstand münsterischer Kaufleute, die auf dem Klagewege das Bauvorhaben stoppten.

Nachdem die Idee eines neuen Stadions – nicht zuletzt aus finanziellen Gründen – längst begraben wurde, konzentriert sich die politische Debatte derzeit auf die Sanierung. Traditionell suchen CDU und SPD die Nähe zum Profifußball in Münster, während Grüne und FDP Distanz wahren.

In der aktuellen Situation teilt die SPD aber die Kritik von FDP und Grünen, weil sie der Stadtverwaltung ein eigenmächtiges Vorgehen vorhält.

(Klaus Baumeister)


 


 

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