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  • 09.04.2015, 08:47 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Prototyp startet Ende April

Stadtwerke Münster setzen beim Busbetrieb auf Batterie statt Motor

Bei insgesamt 130 Bussen ist es ja eigentlich keine Besonderheit mehr, wenn die Stadtwerke ihre große Flotte um ein weiteres Fahrzeug ergänzen. Doch dieser Bus, der Ende April offiziell vorgestellt wird und dann zu ersten Testfahrten in der Stadt startet, hat es wahrlich in sich: Es ist Münsters erster Elektro-Bus, der ausschließlich im Batterie-Betrieb abgasfrei und geräuscharm unterwegs sein wird – ohne einen Verbrennungsmotor, dafür aber mit einem großen Batteriespeicher an Bord.

„Für uns ist das der Eintritt in eine neue Welt der Antriebstechnik“, sagt der Technische Stadtwerke-Geschäftsführer, Dr. Dirk Wernicke.

Ab Sommer wird der E-Bus auf der Linie 14 zwischen Zoo und Ostbad eingesetzt. Insgesamt wollen die Stadtwerke im Laufe des Jahres fünf batteriebetriebene Busse anschaffen und damit den Schadstoff-Ausstoß ihrer Fahrzeug-Flotte deutlich senken. Die Elektro-Busse sind auf maximal 80 Fahrgäste ausgelegt. Gelenkbusse mit größeren Kapazitäten kamen für das Pilotprojekt nicht infrage.

Münsters Prototyp wird aus dem Forschungsprojekt SEB des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert, weitere Gelder kommen vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe. Die vier weiteren Busse ermöglicht das Projekt Zeus, das unter anderem Fördergelder der Europäischen Union erhält. Neben Bonn profitiert Münster als eine von zwei Städten von diesem Programm. Die Stadtwerke selbst steuern 1,1 Millionen Euro bei – und damit nicht viel mehr, als der Kauf von fünf neuen Dieselbussen gekostet hätte.

„Mit dem Pilotprojekt Erfahrungen sammeln“

Wernicke gibt den künftigen Kurs vor, wenn er sagt, dass die Fahrzeugflotte sukzessive mit Elektro-Bussen erweitert werden soll. „Wir wollen nun erst mal mit dem Pilotprojekt Erfahrungen sammeln“, sagt er.

Jeweils eine Ladestation wird am Zoo und am Ostbad installiert. Die kürzere Strecke sei bewusst ausgewählt worden, um mit Blick auf die Reichweite ohne Risiken testen zu können. Denn die E-Busse werden keine konventionelle Antriebstechnik mehr als Back-up haben.

Eine dritte Ladestation steht auf dem Hof der Verkehrsbetriebe. Auf dem Dach des Betriebshofes sollen große Photovoltaikanlagen installiert werden, um zukünftig dort Strom für den Busverkehr zu erzeugen.

(Ralf Repöhler, WN)


 


 

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