Provinzial-Mitarbeiter-Protest
190.000 Unterschriften bei Aufsichtsratssitzung übergeben
Münster & Münsterland. Zwei Versuche scheiterten, heute endlich haben die Provinzial-Mitarbeiter ihre 190.000 gesammelten Unterschriften abgeben können. In den letzten Tagen waren sie damit sowohl bei LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch, als auch bei Sparkassenpräsident Dr. Rolf Gerlach gescheitert.

Die Unterschriften sind übergeben: Sparkassenpräsident Dr. Rolf Gerlach, LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch und Betriebsratsvorsitzender Albert Roer.
Genutzt haben die Provinzial-Mitarbeiter die heutige Aufsichtsratssitzung des Versicherungsunternehmen. Die außerordentliche Sitzung ist von den Arbeitnehmervertretern beantragt worden. Ihnen geht es darum, dass die Provinzial in der Sparkassenfamilie bleibt. „Wir erwarten eine heftige Diskussion und eine klare Positionierung“, sagt Roer. Über die Personalie Ulrich Rüther wird nicht gesprochen, heißt es.
Dr. Wolfgang Kirsch sagte bei der Unterschriftenübergabe: "Wir haben großen Respekt davor, dass sich so viele Menschen zur Provinzial bekannt haben." Er betonte aber auch, dass der Versicherungsbereich momentan "sehr schwierig" sei. "Das Marktgeschehen ist rau und es geht nicht mehr weiter wie bisher. Das Ziel ist die langfristige Sicherung der Arbeitsplätze." Über die mögliche Fusion mit der Provinzial Rheinland sagte Kirsch: "Ich bin froh über diese Perspektive und wir müssen mit der Provinzial Rheinland nun zu einer neuen Aufstellung kommen." Dr. Rolf Gerlach pflichtete dem Aufsichtsratsvorsitzenden bei und sagte, dass es jetzt die Aufgabe sei, "das Unternehmen zukunftsfest zu zu halten."
Erst gestern marschierten 1.500 Provinzial-Beschäftigte zu dem Gebäude des Sparkassenverbandes, um Dr. Rolf Gerlach ihre Unterschriftensammlung gegen einen Verlauf der Provinzial an einen Privatinvestor zu übergeben. Der mit den Trillerpfeifen lautstarke Protest stieß beim Sparkassenverband auf taube Ohren. Präsident Dr. Rolf Gerlach steckte in Bochum, wo die Sparkassenverbände Westfalen und Rheinland über ihre Zukunft verhandeln. „Feigling“-Rufe waren zu hören. Auch andere Verbandsvertreter ließen sich nicht blicken und am Ende wurden die Unterschriften wieder eingesackt. Und das zum zweiten Mal, nachdem sie LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch vor dem Landeshaus auch nicht haben wollte.
(WN)
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