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  • 12.06.2014, 08:31 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Provinzial-Personalien

Provinzial-Vorstände gehen

Die münsterische Kommunalpolitik ist dauernervös, weil immer wieder angebliche Verkaufsgelüste kolportiert werden. Die Sorge gilt einem der größten Gewerbesteuerzahler der Stadt, dem Versicherungskonzern Provinzial Nordwest.

Die offenbar anstehende umfangreiche Personal-Rochade an der Spitze des Konzerns mit rund 6.000 Mitarbeitern löst auch in der Belegschaft immer wieder Unruhe aus, weil mit jedem Schritt der Eigentümer angebliche Verkaufsabsichten in Verbindung gebracht werden.

Offizielle Stellungnahmen des westfälisch-lippischen Sparkassenverbandes oder des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, mit zusammen 80 Prozent die Haupteigentümer des Versicherers, gibt es dazu nicht; hinter vorgehaltener Hand aber gibt es Hinweise auf enttäuschte und auf zukünftige Erwartungen. „Wir sind weder klamm noch notleidend, aber wir erwarten einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Beteiligung und eine Erledigung der Hausaufgaben“, weist ein Sparkassenchef den immer wieder vorgetragenen Vorwurf zurück, die Sparkassen wollten sich auf Kosten des Versicherers sanieren: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“

Wirksame Konsolidierungsschritte gefordert

Ein gesättigter Markt, die demografische Entwicklung, neue Eigenkapitalanforderungen, die lange Niedrigzinsphase und die Frage moderner und damit zukunftsfester Vertriebswege werden in Sparkassenkreisen als große Herausforderungen für alle Versicherer identifiziert. Entsprechend drängen die Sparkassen auf wirksame Konsolidierungsschritte, die sie selbst sehr wohl unternommen hätten, der Provinzial -Vorstand aber liefere nicht. Über 500 Mitarbeiter würden in den kommenden Jahren beim Versicherer ausscheiden – auf ein Konzept zur Senkung der Kosten und zur Steigerung der Produktivität warte man aber noch immer.

Die Zeichen stehen also eher auf ein durchgreifendes Sparpaket als auf einen Verkauf? Offensichtlich. Dem Vernehmen nach wird für den scheidenden Vorstandschef Ulrich Rüther ein Nachfolger gesucht, der den Personalrat von der Notwendigkeit „kostengünstigen Produzierens“ überzeugt. „Wir wollen an der langfristigen Zukunft des Unternehmens, unseres Unternehmens, arbeiten“, versichert ein anderer Sparkassen-Mann – und verweist auf die im Zeitraum von 2006 bis 2012 um über 40 Prozent angestiegene Eigenkapitalausstattung des Versicherers.

In zwei Wochen wird der Aufsichtsrat zusammenkommen, um die personellen Weichen zu stellen. Es gilt als nicht ausgeschlossen, dass dann auch schon ein neuer Kopf für die Spitze der Provinzial Nordwest präsentiert wird.

(Norbert Tiemann, WN)


 


 

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