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  • 24.08.2016, 08:04 Uhr
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  • Kreis Steinfurt
Qualifizierung

Kreishandwerkerschaft mahnt: „Vorhandene Strukturen nutzen“

NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer informiert sich in Rheine über Qualifizierung von Flüchtlingen.

Der Appell von Frank Tischner ist eindringlich. „Wir müssen vorhandene Strukturen nutzen und auf bewährte Netzwerke zurückgreifen. Keinesfalls dürfen wir neue Parallelstrukturen aufbauen, weil wir dadurch Zeit verlieren und bewährte Strukturen außer Acht lassen“, mahnte der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf während eines Besuchs von Landesminister Rainer Schmeltzer in Rheine. Auf Einladung der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf informierte sich der Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen im BildungsCenter Rheine über das Ergebnis und die Erfahrungen im Rahmen des Pilotprojektes von Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, den Technischen Schulen des Kreises Steinfurt sowie des Kreises Steinfurt zur Qualifizierung von jungen Flüchtlingen für den deutschen Arbeitsmarkt. Neben Vertretern der Kreishandwerkerschaft und Technischen Schulen nahmen auch Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller, Landrat Dr. Klaus Effing, die Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer und Kreisdirektor Dr. Martin Sommer an dem informellen Austausch teil.

Der Minister bescheinigte der Kreishandwerkerschaft und ihren Kooperationspartnern, zu einem frühen Zeitpunkt schnell und effektiv tätig geworden zu sein. Das decke sich mit seinen Erfahrungen in vielen Regionen in NRW. „Die Kreishandwerkerschaften und das Handwerk vor Ort waren die, die in der Flücht-lingskrise gehandelt haben“, so Rainer Schmeltzer.

Während andere Träger erst mühsam die Strukturen zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt aufbauen müssen, können die Netzwerkpartner von Kreishandwerkerschaft und Technischen Schulen dank ihres nun zu Ende gegangenen Pilotprojekts schon handfeste Ergebnisse vorweisen, wie Frank Tischner unterstrich. An dem Berufsvorbereitungsprojekt der Netzwerkpartner haben im Schuljahr 2015/2016 insgesamt 18 junge Flüchtlinge teilgenommen. Neben einem Sprachkursus haben die Teilnehmer regelmäßig die Fachwerkstätten der Kreishandwerkerschaft in Rheine besucht und dabei bis zu fünf verschiedene Berufsfelder kennengelernt, um anschließend Betriebspraktika zu absolvieren.

Frank Tischner verwies auf handfeste Ergebnisse: „Fünf Projektteilnehmer können 2016 eine Ausbildung aufnehmen, zwei weitere in 2017. Acht Teilnehmer wurden in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder eine weitere Maßnahme überführt.“ Der KH-Hauptgeschäftsführer betonte, dass solche Ergebnisse nur dank pragmatischer und individueller Lösungen möglich seien. Er unterstrich das gute Zusammenspiel zweier bewährter Partner der Region. „Warum soll ein Netz an Sprachförderung aufgebaut werden, wenn es überall Berufskollegs gibt und wir als Kreishandwerkerschaft über ein Schulprojekt als Dualer Partner die praktische Qualifizierung und Orientierung in unseren Werkstätten vornehmen können“, fragte er den Minister.

Auch Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller unterstrich den großen Vorteil der Kreishandwerkerschaft. „Die enge Verzahnung zu den Betrieben, die mündliche Empfehlung gegenüber Arbeitgebern von Angesicht zu Angesicht, das sind die eindeutigen Vorteile einer langjährigen und bewährten Partnerschaft“, betonte sie. Sie bedauerte, dass das Projekt ohne Anschlussfinanzierung nun ausgelaufen ist, da es ein Projekt von besonderer Qualität gewesen sei.

Arbeitsminister Rainer Schmeltzer ermunterte die Kooperationspartner, auch in Zukunft an kreativen Lösungen zu arbeiten. Es sei mehr als bedauerlich, wenn die nachhaltigen Erfahrungen aus dem Pilotprojekt anderweitig nicht genutzt werden könnten, angesichts des Fachkräftemangels auch in einigen Bereichen des Handwerks. Die geschilderten Erfahrungen und die Ergebnisse wird der Minister in jedem Fall mit nach Düsseldorf nehmen.

(Redaktion)


 


 

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