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  • 22.04.2015, 10:56 Uhr
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  • Münster / München
Quereinstieg Fehlanzeige?

Deutsche Fach- und Führungskräfte tendieren zur Schablonenkarriere

Über 40 Prozent der deutschen Fach- und Führungskräfte sind davon überzeugt, dass ihre Hochschulbildung nur einen Berufsweg zulässt und sind deshalb noch im selben Beruf. Nur knapp 18 Prozent gehen davon aus, dass es noch viel mehr Berufe gibt, die für sie in Frage kommen. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Online-Businessnetzwerks LinkedIn unter 1.000 Akademikern.

Demnach sind alternative Berufswege eher kein Thema: 48,4 Prozent der befragten Akademiker hatten bereits vor oder während der Ausbildung eine klare Vorstellung davon, wohin es gehen soll. Knapp einem Viertel (24,4 Prozent) schwebte ein Berufsfeld vor, obwohl ihnen erst in der Praxis klar wurde, was das Jobprofil eigentlich genau beinhaltet. Dennoch ist nicht jede Karriere schon früh beschlossene Sache: 23,9 Prozent der Befragten gaben an, eher zufällig in ihre Branche oder Position gestolpert zu sein.

"Befriedigend kann weder das eine noch das andere Ergebnis sein", kommentiert Till Kaestner, Geschäftsleiter von LinkedIn in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "In Studium und Job erworbene Fähigkeiten können durchaus für einen ganz anderen Fachbereich nützlich sein. Ein guter Überblick über alternative Wege ist wichtig, denn nicht jeder einmal eingeschlagene Pfad führt zum beruflichen Glück. Weder Scheuklappen noch bloßer Zufall sollten dabei den Ausschlag geben."

Wer den Karrierefokus ändert, will sich stärker einbringen

Sich selbst mit eigenem Wissen, Fähigkeiten oder der Persönlichkeit stärker einbringen zu können, ist der wichtigste Grund für einen neuen beruflichen Schwerpunkt für die Befragten (28,9 Prozent). Schon auf Platz zwei folgt die Gehaltsfrage: Für 24 Prozent ist ein besserer Verdienst der größte Anreiz. Die Work-Life-Balance ist immerhin für knapp ein Fünftel (19,1 Prozent) entscheidend.

Am risikofreudigsten scheinen Fachkräfte, die ihren Weg in den Vertrieb gefunden haben. Von ihnen gaben 40 Prozent an, etwas ganz Neues ausprobiert zu haben. Bei Juristen folgen hingegen 60 Prozent nach wie vor der einmal eingeschlagenen Karriere. Doch eine stark spezialisierte Ausbildung führt nicht zwingend zu weniger Flexibilität: Unter Ingenieuren und Entwicklern haben schon mehr als 43 Prozent einen anderen, ähnlichen Job ausprobiert und immerhin 17,6 Prozent haben ihr Berufsfeld ganz gewechselt (Juristen: 6,3 Prozent).

Frische Ideen durch Stellenangebote und das eigene Netzwerk

Wer auf der Suche nach einem alternativen Berufsweg ist, verschafft sich zuvorderst über Stellenausschreibungen einen Überblick (64,4 Prozent). Knapp 40 Prozent setzen auf ihr berufliches Netzwerk (39,5 Prozent). Abgeschlagen folgen die Vorschläge von Freunden (20,3 Prozent), Praktika (17 Prozent) und das Arbeitsamt (14,3 Prozent). An Vorbildern orientiert sich weniger als jeder Zehnte (9 Prozent).

Till Kaestner: "Die geforderten Qualifikationen in Stellenausschreibungen können ein guter Anhaltspunkt sein, doch ganz ohne Orientierung ist das eigene Netzwerk vielleicht der bessere Weg. Wer mich als Fachkraft kennt, kann meine Fähigkeiten einschätzen und vielleicht eine spannende Stelle anbieten. Über unsere weltweit mehr als 347 Millionen Mitgliederprofile kann überprüft werden, in welchen Berufen Leute mit vergleichbarer Ausbildung und Erfahrung heute arbeiten - und ob etwas für mich dabei ist. LinkedIns Anspruch, der Dreh- und Angelpunkt der beruflichen Identität zu werden, untermauern wir mit diesen Funktionen."

(ots / LinkedIn)


 


 

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