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  • 07.03.2013, 10:34 Uhr
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  • Münster-Roxel
Rastanlagen-Erweiterung A1

Massive Anwohner-Kritik an Ausbauplänen

Wut und unversöhnliche Betrachtungsweisen bestimmten die Atmosphäre am Dienstagabend in der Mensa des Schulzentrums Roxel. Vier Stunden diskutierten 90 Bürger mit den Vertretern des Landesbetriebs Straßenbau und der Planungsgesellschaft Iproplan aus Chemnitz über die Standortalternativenuntersuchung bezüglich der möglichen Erweiterung der Tank- und Rastanlage Münsterland Ost und West an der Autobahn 1.

Mitglieder der Bürgerinitiative Landschaftsschutz Roxel und andere betroffene Anlieger hakten schon während der laufenden Vorträge mehrfach nach, stellten den Wahrheitsgehalt der von den Referenten getroffenen Aussagen in Frage und fühlten sich in ihren Belangen nicht ernst genommen.

Die Standortalternativenuntersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass beiden Seiten der Rastanlage Münsterland im Vergleich zu den anderen möglichen Standorten der Vorzug zu geben sei. In die Bewertung flossen technische und landschaftspflegerische Aspekte ein.

Zunächst rief Dirk Griepenburg, Leiter der Regionalniederlassung von Straßen NRW, in Erinnerung, dass die Lkw-Fahrer verpflichtet sind, bestimmte Ruhezeiten einzuhalten. Die vorhandenen Stellplätze seien nicht ausreichend: „Die Polizei muss regelmäßig Lastwagen weiter schicken, die verkehrsgefährdend in den Ein- und Ausfahrten parken. Dabei wird das teilweise schon toleriert, weil anderswo kein Platz für sie ist.“

Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Westrup wies darauf hin, dass der Rat der Stadt Münster sich gegen das Vorhaben ausgesprochen habe, die Rastanlage Münsterland zu erweitern. Die Bürgerinitiative unter Leitung von Theodora Bockem-Rohleder kämpft seit Jahren gegen die von ihr so genannten „Mammut-Lkw-Parkplätze“. Das nächste Wohnhaus wird rund 150 Meter vom äußeren Rand des im Falle der Erweiterung vorgesehenen Lärmschutzwalls entfernt sein.

In der am Dienstag vorgestellten Untersuchung über mögliche alternative Standorte wurden Flächen am Rande von 150 Kilometer Autobahn (A 1 und A 43) bewertet. Dabei, so Griepenburg, sei es nicht darum gegangen, einen zusätzlichen Standort zu finden. Hätte sich ein anderer Standort als besser geeignet herausgestellt, so würde die Rastanlage Münsterland zurückgebaut. Schließlich müsse sich für den Betreiber der Gaststätten, Tankstellen und sanitären Einrichtungen die Bewirtschaftung auch lohnen. Die Bürgerinitiative wies in einem Flugblatt darauf hin, dass die Konzessionsverträge 30 Jahre laufen. Sie seien im Januar 1997 in Kraft getreten. Münsters Bürger seien „an private Investoren verraten und verkauft“ worden.

Auch nach allen Erläuterungen blieben bei den Bürgern kritische Fragen wie: „Warum muss man in der Nähe einer Stadt in einem Landschaftsschutzgebiet so etwas bauen?“ Mitunter kam es zu verärgerten Zwischenrufen wie: „Halten Sie uns für blöd?“ Wie wenig Vertrauen den Referenten entgegen gebracht wurde, zeigte die Bürger-Äußerung: „Gehen Sie gleich nach Hause, es bringt doch alles nichts!“

Lärm-Belastung kaum höher als bisher

„Wir reden über 41 zusätzliche Stellplätze auf der Westseite und 58 zusätzliche Plätze auf der Ostseite im Vergleich zu 14.900 Lkw, die täglich die Autobahn auf dem Abschnitt befahren“, beschrieb Dirk Griepenburg vom Landesbetrieb Straßenbau die zu erwartenden Ausmaße der möglichen Rastanlagen-Erweiterung. Obwohl einzelne Häuser auf der Westseite nur rund 150, 290 und 360 Meter entfernt wären und der geringste Abstand zur geschlossenen Wohnbebauung bei 380 Metern liege, werde die Lärm-Belastung kaum höher sein als bisher. Die Lärmschutzwälle der Parkplatz-Erweiterung sollen im Vergleich zum Fahrbahnniveau fünf Meter hoch sein und von außen gesehen vier Meter über Geländeniveau liegen. „Das eigentliche Wohngebiet von Roxel wird von der Anlage lärmmäßig nicht tangiert, weil der Lärm, der von der A 1 ausgeht, wesentlich größer ist“, betonte Griepenburg. Der nächtliche Grenzwert werde von der A 1 nicht eingehalten.

(Ellen Bultmann)


 


 

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