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  • 20.06.2013, 07:51 Uhr
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  • Münsterland
Rastanlagenerweiterung

Bürgerinitiative wehrt sich gegen geplante Erweiterungen der Rastanlagen

Lkw-Parkplätze auf der Autobahn sind Mangelware. „Die Belegung wurde 2008 bundesweit untersucht“, sagt Dirk Griepenburg, Leiter der Regionalniederlassung Münsterland des Landesbetriebs Straße NRW.

Das Ergebnis sei klar und deutlich gewesen. „Es fehlten bundesweit 14.200 Stellplätze. Die beiden Raststätten Münsterland Ost und West waren mehr als 300 Prozent überbelegt“, sagt Dirk Griepenburg. Besonders in den Abendstunden sei dort oft „nichts mehr zu machen“.

Griepenburg betont das auch, um die Notwendigkeit des Projektes deutlich zu machen, mit dem sich seine Behörde beschäftigt: Die Erweiterung der beiden Raststätten um insgesamt 99 Lkw-Stellplätze, 22 Busparkplätze und 47 Autoparkplätze. 7,7 Hektar, das sind 77 000 Quadratmeter oder etwa sieben Fußballfelder, zusätzliche Fläche werden dafür benötigt. Auch andere Raststätten und Parkplätze an der A1 sollen vergrößert werden. So viel Ärger wie in Roxel gibt es aber nirgendwo.

„Wir sind überrascht, dass in diesem Projekt so viel Zündstoff liegt“, sagt Griepenburg mit Blick auf die Gegner, die das Thema sogar bis in den Bundestag gebracht haben. Die Grünen hatten eine „kleine Anfrage“ gestellt, bei der es um Konzessionsverträge und Regressansprüche ging. Wohl mit dem Hintergrund, dass die Bürgerinitiative Roxel Absprachen mit der Tank und Rast GmbH vermutet, die bei Abschluss der Verträge 1996 bereits getroffen worden seien.

Sind sie aber nicht, schreibt die Bundesregierung. Der Bürgerinitiative reicht das aber nicht. Die Vorsitzende Theodora Bockem-Rohleder zweifelt nicht nur die Bedarfszahlen an: „Auf der A1 fallen zwischen Münster und Lotte 57 Stellplätze weg, die könnten erhalten bleiben“, sagt sie. Und das die benötigte Fläche für die Erweiterung der Rastanlagen in Münster 1971 als Ausgleich für die Umgehungsstraße in Roxel bestimmt worden sei. Bockem-Rohleder: „Das kann man jetzt nicht bebauen.“

Griepenburg sieht das anders. Er berichtet, dass die Entwurfsplanung in Arbeit ist, danach stehe das Planfeststellungsverfahren an. An der A 31, dort wird im Bereich Gescher-Hochmoor eine komplett neue Rastanlage gebaut, ist man weiter: „Das Planfeststellungsverfahren läuft. Wenn nichts dazwischenkommt, kann der Bau 2014 beginnen“, berichtet der Niederlassungsleiter. Die geplante Anlage in Münster sei außerdem keine Großanlage. „Es gibt wesentlich größere“, sagt er.

Und auch bei der Lärmbelastung sei die Erweiterung keine große Nummer. „Die Lärmbelastung von Roxel ist dominiert durch die Autobahn, da spielt der Parkplatz nicht die entscheidende Rolle. Es gibt einzelne Gebäude, die müssen gesondert betrachtet werden“, sagt er. Auch hier sind Landesbetrieb und Bürgerinitiative grundsätzlich verschiedener Meinung. Die Anwohner haben 10.000 Unterschriften gesammelt, sie befürchten eine enorme Lärmbelastung durch die Erweiterung.

„Für den Ort spielt das Projekt lärmtechnisch keine Rolle“, ist Griepenburg hingegen überzeugt. Und eine Alternative gebe es nicht, das habe eine Alternativuntersuchung bewiesen.

Die Bürgerinitiative will das nicht glauben. Sie ist der festen Überzeugung, das Projekt verhindern zu können. „Es wird an den Zahlen scheitern“, sagt Bockem-Rohleder.

Rastanlagen
Von 2011 bis 2015 sollen in Deutschland 15.500 neue Lkw-Parkstände entstehen. An den Bundesautobahnen gibt es bundesweit 430 bewirtschaftete Rastanlagen und 1.520 unbewirtschaftete Rastanlagen.

(Redaktion)


 


 

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