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  • 27.03.2013, 10:01 Uhr
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  • Münster
Raucher-Kneipen sollen bleiben

Wirte planen Volksbegehren gegen das strikte Rauchverbot

Mit dem strikten Gesetz zum Schutz von Nichtrauchern, das in NRW ab 1. Mai in Kraft treten soll, wollen sich zahlreiche Gastronomen aus Münster nicht abfinden. Die Wirte fürchten um ihre Existenz und betonen, dass sowohl Nichtraucher als auch Raucher mit dem bisherigen Kompromiss gut leben könnten. Sie wollen ein Volksbegehren anstoßen.

In der Gastronomie herrscht landesweit dicke Luft. Vor allem Raucherkneipen fürchten um ihre Existenz, wenn am 1. Mai in Nordrhein-Westfalen das strikte Nichtrauchergesetz in Kraft treten wird. Münsters Gastronomen machen darum mobil und haben ein Volksbegehren vor Augen. Sie möchten sich landesweit mit Wirten vernetzen, die ebenfalls von der Verbannung des blauen Dunstes aus ihren Betrieben betroffen sind.

Die münsterischen Gastronomen wollen die Bevormundung der Politik, wie sie sagen, nicht einfach schlucken und fragen sich, warum nicht der bisherige Kompromiss, mit dem sowohl Raucher als auch Nichtraucher gut leben könnten, fortgesetzt werden kann? „Was wollen die uns noch alles vorschreiben?“

Immer mehr Unterstützer für ein Volksbegehren

Am Dienstagnachmittag trafen sich münsterische Wirte zum dritten Mal im Kreuzeck, um über ein Volksbegehren in NRW zu sprechen. Dabei wurde deutlich, die Zahl der Wirte in Münster und die der Interessenten, die sich dafür einsetzen wollen, zunehmend wächst.

Aber auch die zahlreichen türkischen Vereine in Münster seien betroffen, so Richard-Michael Halberstadt. Dem CDU-Ratsherr und Sozialpolitiker liegen inzwischen mehrere Hundert Unterschriften aus den Vereinen vor. Dabei gehe es um die Erhaltung und den Schutz von Kultur, so der CDU-Mann.

„Wir brauchen viel Unterstützung“, forderte Wirtin Carmen Preston zu Beginn der Veranstaltung. Deutlich wurde während der Diskussion, an der unter anderem Wirte der Haifischbar, von Mutter Birken, vom Blauen Haus, der Metro sowie der Atelierbar und von Bröker im Bahnhof teilgenommen haben, dass die Angst vor dem Gesetz groß ist.

Kritik an Hotel- und Gaststättenverband

Thomas Hübner, neben Carmen Preston vom Kreuzeck, einer der Initiatoren des Treffens, liegen inzwischen Ansagen von 40 Kneipiers und Privatpersonen vor, die bei den Vorbereitungen für das Volksbegehren mitmachen möchten.

Heftig kritisiert wurde das derzeitige Verhalten des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. „Schade, der sollte doch für uns Mitglieder da sein“, betonte Peter Göttker vom Blauen Haus. „Wir hoffen auf ein Signal“, sagte der Wirt der Metro, „doch statt sich auf die Hinterfüße zu setzen, sind sie eingeknickt.“

Andere Wirte befürchten, das demnächst nicht nur das strikte Nichtrauchergesetz in Kraft treten wird, sondern auch vorgeschrieben werde, dass kein Fleisch mehr gegessen werden oder kein Alkohol mehr getrunken werden darf.

Der heutige Kompromiss in den Kneipen, der 2008 eingeführt wurde, sei ideal, betonten die Wirte. „Wenn alles so bleibt, wie es jetzt ist, dann ist es okay.“ Dann sei auch künftig mit Beschwerden von Nachbarn von Kneipen nicht zu rechnen, wenn Gäste möglicherweise nur noch draußen stehen.

„Aktives Rauchen ist nicht gesund und passives bestimmt auch nicht“, sagte Peter Göttker vom Blauen Haus, trotzdem müsste jeder selbst entscheiden, ob er eine Raucherkneipe besuchen will oder nicht.

(Redaktion)


 


 

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