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  • 07.10.2015, 10:36 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Reaktivierung der WLE-Strecke

Zweckverband Nahverkehr stimmt Reaktivierung der Strecke Münster-Wolbeck trotz Kostensteigerung zu

Alle 20 Minuten mit dem Zug von Wolbeck nach Münster? Irgendwann könnte diese Vision Wirklichkeit werden. Dann nämlich, wenn die Strecke der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) zwischen Münster und Sendenhorst wieder aktiviert würde, die 1975 für den Personenverkehr eingestellt wurde. Eine weitere Weiche in diese Richtung wurde jetzt vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) gestellt: Einstimmig sprach sich das Gremium für die Reaktivierung aus.

Von vielen Bürgern und den meisten politischen Parteien gewünscht, dümpelt eine Reaktivierung der Strecke seit Langem vor sich hin. Kein Wunder, kostet das Projekt doch voraussichtlich über 42 Millionen Euro. Und auch das jüngste Votum des NWL „ist kein Durchbruch, wenn auch ein wichtiger Schritt in Richtung Realisierung des Projekts“, erläutert der Pressesprecher des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe, Uli Beele, auf Anfrage.

Zum Hintergrund: „Insgesamt befinden sich drei Reaktivierungs-Projekte des öffentlichen Nahverkehrs im Westfälischen Raum im Wartestand“, so Beele. Wichtig sei zunächst, dass alle drei in den Bedarfsplan des Landes NRW aufgenommen würden. Dies habe der Zweckverband NWL für die Strecke Münster-Sendenhorst nun befürwortet. Damit sei die grundlegende Bedingung für die weitere positive Entwicklung gelegt.

Kostenschätzung liegt bei 42,3 Millionen Euro 

Der Entscheidung des Zweckverbands war eine Kostenschätzung für das Projekt vorausgegangen, die eine Summe von 42,3 Millionen Euro ergeben hatte. Dass diese Summe etwa zehn Millionen Euro über früheren Schätzungen liege, habe folgende Gründe: „Der Bauzustand einiger Bauwerke, vor allem von Brücken und Bahnübergängen, ist schlechter als angenommen und als bei früheren Schätzungen“, so Beele. Dennoch hatte das Gremium der Reaktivierung der rund 22 Kilometer langen Strecke mit sieben Haltepunkten, zwei Kreuzungsbahnhöfen und einem zweigleisigen Abschnitt zugestimmt. Der erste Streckenabschnitt Münster-Wolbeck sollte danach im 20-Minuten-Takt bedient werden, bis Sendenhorst seien generell zwei Züge pro Stunde geplant. Die Geschwindigkeit im ersten Abschnitt betrage voraussichtlich 80, im zweiten Abschnitt 100 Stundenkilometer.

Wie geht es nun weiter? Als nächstes werde ermittelt, wie viele Nutzer für die Strecke prognostiziert werden könnten, so Beele. Konkrete Entscheidungen würden erst ab 2017 getroffen, dann nämlich soll der Landesbedarfsplan zum Abschluss gebracht worden sein.

Danach geht es ans Eingemachte: Dann nämlich werde über die Finanzierung des Millionenprojekts verhandelt, die zu einem Großteil vom Land gestemmt werden müsse.

(WN)


 


 

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