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  • 22.01.2013, 12:13 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Reisekostenrecht

Neue Regeln bei Reisekosten

In einem Jahr, am 01.01.2014, treten die neuen Regeln zur Unternehmensbesteuerung und zum steuerlichen Reisekostenrecht in Kraft. Sie bringen vor allem bürokratische Erleichterungen.

Das Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts sieht punktuelle Veränderungen vor. Ziel sei es, den Steuerpflichtigen bürokratische Erleichterungen und mehr Rechtssicherheit zu geben, erklärt die Bundessteuerberaterkammer.

„Die vorgenommenen Vereinfachungen sind zu begrüßen, und ihre Anwendung ab dem 1. Januar 2014 lässt allen Beteiligten Zeit, sich auf die entsprechenden Neuregelungen einzustellen“, sagt Rechtsanwältin Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin der Bundessteuerberaterkammer.

Festlegung der "ersten Tätigkeitsstätte"

„Eine Kernregelung des neuen Reisekostenrechts ist die Einführung des neuen Begriffs der ,ersten Tätigkeitsstätte‘, die nun vom Arbeitgeber bestimmt werden kann“, so Schmidt-Kesseler. Die gesetzliche Definition dieses Begriffs folge im Wesentlichen der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes und lässt nur eine Tätigkeitsstätte je Dienstverhältnis zu. Um Streitigkeiten zu vermeiden, wird die Bestimmung der ersten Tätigkeitsstätte vorrangig an die arbeits- oder dienstrechtliche Festlegung geknüpft. Der Arbeitgeber entscheidet letztlich nicht nur über den Ort der ersten Tätigkeitsstätte, sondern auch, ob ein Arbeitnehmer überhaupt eine Tätigkeitsstätte besitzt. Liegt keine arbeitgeberseitige Zuordnung vor, kommen zeitliche Elemente für die Bestimmung in Betracht. Fahrten zwischen der ersten Tätigkeitsstätte und der Wohnung werden mit der Entfernungspauschale abgegolten.

Verpflegung und Unterkunft

Auch die Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen werden vereinheitlicht. Anstelle der bisher dreistufigen Staffelung tritt nun eine zweistufige Staffelung. Ab einer Abwesenheitsdauer von acht Stunden von der Wohnung oder der Tätigkeitsstätte können zwölf Euro steuerfrei gezahlt werden. Damit verdoppeln sich die derzeitigen Beträge. Bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten sind für den An- und Abreisetag jeweils zwölf Euro und für eine Abwesenheit von 24 Stunden jeweils 24 Euro steuerfrei zahlbar.

Für den Werbungskostenabzug beziehungsweise die steuerfreie Erstattung der Unterkunftskosten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung können zukünftig die tatsächlichen Aufwendungen für die Unterkunft angesetzt werden, höchstens jedoch 1000 Euro im Monat. Dies führt zu einer erheblichen Erleichterung im Vergleich zu der bislang aufwendig zu ermittelnden ortsüblichen Vergleichsmiete.

Das Gesetz, welches derzeit im Vermittlungsausschuss beraten wird, führt laut Bundessteuerberaterkammer nach aktueller Planung zu Steuermindereinnahmen von geschätzt 220 Millionen Euro.

(Redaktion)


 


 

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